Schon nach drei Minuten setzte Marco Reus das erste Signal. Der Neu-Dortmunder war vor Anpfiff als Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden, wie zum Beweis tanzte er sich durch Argentiniens Abwehr und legte den Ball clever zurück. Mesut Özil kam jedoch einen Schritt zu spät. In der 12. Minute bediente der auf Zuspiel von Reus zur Grundlinie durchgespurtete Klose erneut Özil, der aber aus kurzer Distanz nicht an Torwart Sergio Romero vorbeikam. Das Fehlen einiger Stammspieler machte sich bei der couragierten DFB-Auswahl zu Beginn kaum bemerkbar. Kapitän Philipp Lahm hatte auf die Partie verzichtet, weil er am Vormittag erstmals Vater geworden war. Bastian Schweinsteiger (Trainingsrückstand), Keeper Manuel Neuer, Mario Gomez (verletzt), Lukas Podolski und Per Mertesacker - beide sollen sich beim FC Arsenal beweisen - waren nicht dabei. Nach 25 Minuten musste dann auch noch Mats Hummels das Feld räumen. Er war heftig mit Gonzalo Higuain zusammengeprallt und hatte eine Halswirbelverrenkung erlitten. Der Schalker Höwedes rückte nach. Nun kamen die Argentinier besser ins Spiel. Als Javier Mascherano den Ex-Bayern José Ernesto Sosa steil schickte, kam Schlussmann Zieler etwas zu spät und holte den Mittelfeldspieler von den Beinen - Rot für den Hannoveraner und Elfmeter. Doch der für Neuer nachnominierte ter Stegen verhinderte zunächst den Rückstand und parierte den schwach geschossenen Strafstoß des dreimaligen Weltfußballers Messi. In Unterzahl mussten sich die Hausherren neu sortieren. Der wieder in die Startelf zurückgekehrte Thomas Müller hatte für ter Stegen weichen müssen. Kurz vor der Pause rutschte Klose nach Flanke von Marcel Schmelzer am 1:0 vorbei. Dann der nächste Rückschlag: Khedira lenkte einen Eckball seines Real-Madrid-Kollegen di Maria ins eigene Netz (45.+1). Vier Minuten nach Wiederanpfiff hatte auch Reus Pech. Sein herrlicher Schuss aus 20 Metern klatschte an den linken Pfosten. Und es wurde noch bitterer. Higuain legte für Messi auf, der Superstar des FC Barcelona überwand ter Stegen mit einem trockenen Flachschuss. Seit 56 Jahren hatte die deutsche Mannschaft zuvor in Frankfurt kein Länderspiel verloren, nun bahnte sich das Ende dieser Serie an. Clever verwalteten die Argentinier nun den Vorsprung. Messi vergab sogar völlig frei bei einem Lupfer das mögliche 3:0. Auf der Gegenseite sorgte zumindest der für Klose eingewechselte André Schürrle noch einmal für etwas Gefahr. Doch es traf di Maria, der kurz vor seiner Auswechslung per Fernschuss-Kracher noch eins drauf setzte. Immerhin gab Höwedes mit seinem ersten Länderspieltor den Zuschauern noch einmal Grund zum Jubeln. Mehr war nicht drin. In gut drei Wochen beginnt nun der Ernst der WM-Qualifikation. Neben den Faröer sind Österreich, Schweden, Irland und Kasachstan weitere Gegner.
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