Mit Götze und Co gegen Teams im Umbruch
Kiew (dpa) - 01.07.2012, 13:18 Uhr
Mario Götze ist einer der großen Hoffnungsträger in der DFB-Elf. Foto: Thomas Eisenhuth
Sollte Joachim Löw nach dem bitteren EM-Aus noch immer etwas Trost suchen müssen, braucht er bloß auf seine Kaderliste mit allen Spielernamen und Geburtsdaten zu schauen. Mario Götze 20 Jahre, Mesut Özil 24 oder Marco Reus 23 stehen darauf. Allein die Altersstruktur seiner nach wie vor mit viel Talent gesegneten Auswahl gibt der deutschen Nationalelf eine hoffnungsvolle Perspektive für die WM 2014 in Brasilien. «Die Mannschaft ist jung und entwicklungsfähig. Ich sehe keinen Grund für einen großen Einschnitt», sagte der Bundestrainer gleich nach der Niederlage gegen Italien. Genau das unterscheidet die Deutschen von vielen ihrer ewigen Rivalen. Frankreich und die Niederlande müssen für das nächste große Turnier erst einmal einen neuen Trainer suchen. England, Italien und auch in diesem Fall die Holländer brauchen dringend ein paar junge, hungrige Spieler. Zahlreiche große Fußball-Nationen stecken also gerade am Anfang oder inmitten eines großen Umbruchs. Und das der auch alles andere als geräuschlos verlaufen kann, zeigt ausgerechnet das Beispiel des WM-Gastgebers und vermeintlichen Favoriten Brasilien.
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«Die Brasilianer sind bei einer WM immer favorisiert, erst recht, wenn sie im eigenen Land spielen», sagte Alejandro Sabella, der neue Trainer der Argentinier, die 2014 auch wieder zum Kreis der deutschen Konkurrenten zählen werden. Allerdings liefert der Neuaufbau seines brasilianischen Kollegen Mano Menezes noch längst nicht die von allen erwarteten Ergebnisse. Der neue Coach baute viele junge Spieler wie Neymar oder Ganso ein, verlor aber gerade mal wieder nacheinander gegen Mexiko und Argentinien. «Unsere Auswahl ist genauso wie unsere Stadien: Eine große Unsicherheit und erst zu 30 Prozent fertig», sagte Brasiliens früherer Nationaltrainer Emerson Leao. Solche Erfahrungen drohen nach dem Ende der EM auch anderen Teams. Die Niederländer stehen nach ihrem peinlichen Aus ohne Trainer und mit einer völlig zerstrittenen Spielergeneration da. Englands Trainer Roy Hodgson kündigte für das erste Testspiel nach der EM schon einmal «eine gewisse Revolution» sprich den Einsatz zahlreicher neuer und junger Gesichter an. Sein Problem ist nur, dass ihm der globale Unterhaltungsbetrieb Premier League mit seinen ausländischen Stars und Einflüssen nur wenige solcher Talente anbietet, die auch für England spielen könnten. |