Ribbeck wird 75: «War mit Abstand der Schlechteste»
Düsseldorf (dpa) - 12.06.2012, 23:22 Uhr
Teamchef Erich Ribbeck aufgenommen bei der Fußball-EM 2000. Foto: Peter Kneffel
Mit seiner Vergangenheit als Bundestrainer geht «Sir Erich» Ribbeck ganz offen um. «Ich war ja mit Abstand der Schlechteste und der mit den wenigsten Punkten», sagte Ribbeck, der am 13. Juni 75 Jahre alt wird, der Nachrichtenagentur dpa. Trotzdem denkt der gebürtige Wuppertaler nicht im Groll an das rasche Ende seiner zweijährigen Tätigkeit in Diensten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurück. Heute kann er über seine Zweijahresbilanz von zehn Siegen, sechs Unentschieden und acht Niederlagen lachen - als er nach dem Vorrunden-Aus der DFB-Auswahl bei der EM 2000 ging, konnte er es nicht. «Ich wollte untertauchen und möglichst wenig ansprechbar sein», sagte Ribbeck. Er trat ganz einfach ab, ohne großes Klagen, ohne Geschrei, ohne Vorwürfe an die damaligen Nationalspieler - ganz der Gentleman eben, als den die Fußballbranche den eloquenten und stets perfekt gekleideten Diplomsportlehrer kennengelernt hat.
Vorbei und fast vergessen. Jetzt, zu seinem 75. Geburtstag, werden die Erinnerungen wieder wach. Auch deshalb, weil er den Kontakt zum Fußball nie verloren hat. Mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach telefoniert Ribbeck regelmäßig, mit den «Schneeforschern», einem Freundeskreis, zu dem auch Uwe Seeler und Franz Beckenbauer gehören, trifft sich der Jubilar regelmäßig zum Skifahren, der einstige DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt hat ihn auf Teneriffa besucht. «Mir geht's gut» - Erich Ribbeck genießt sein Leben. Gesundheitlich ist er nahezu topfit, obwohl die Knie («Die kriege ich nicht mehr so richtig zusammen») nicht mehr alles mitmachen. Vor fünf Jahren bekam er eine aus Titan gefertigte künstliche Hüfte, die er heute als «mein bestes Gelenk» bezeichnet. So kann er seinen sportlichen Hobbys nachgehen oder sich um seine ein Jahr jüngere Frau Uta und die sechs Enkelkinder kümmern. |