Der knappe Vorsprung hing in der Schlussphase allerdings mehrfach am seidenen Faden, so als ein Schuss von Nani (84.) die Latte touchierte. Schon vor der Pause hatte die deutsche Elf bei Pepes Lattenschuss großes Glück gehabt. Zwei Minuten vor dem Ende rettete Torhüter Manuel Neuer gegen Silvestre Varela glänzend und hielt damit den knappen Sieg fest. «Als kurz vor Schluss die Portugiesen die große Chance hatten, habe ich gedacht, jetzt passiert es noch, aber Manuel Neuer hat das großartig ausgebügelt. Am Ende zählen nur die drei Punkte», stellte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fest. Pluspunkte sammelte vor allem die Innenverteidigung, in der überraschend Mats Hummels anstelle von Per Mertesacker als Nebenmann von Holger Badstuber zum Zuge kam. Der Dortmunder strahlte in der Defensive Sicherheit und Übersicht aus und überzeugte auch in der Spieleröffnung. Dagegen unterliefen Kapitän Philipp Lahm im Spiel nach vorne kleinere Fehler, die ihm viel von seiner sonstigen Wirkung nahmen. Jerome Boateng verlor zwar gleich den ersten Zweikampf gegen den zweifachen Weltfußballer Cristiano Ronaldo, zog sich aber dann gegen den Superstar recht achtbar aus der Affäre. Die Probleme begannen im Spiel nach vorne, wo Khedira noch am ehesten Zugriff auf die Partie bekam. Mesut Özil versuchte sich der Bewachung von Veloso zu entziehen, doch der erhoffte große Ideengeber im deutschen Spiel war der Wahl-Spanier nicht. Da von Thomas Müller und Lukas Podolski wenig von den Außenpositionen kam, hing Gomez in der Mitte lange in der Luft. Die Schwierigkeiten gegen defensiv gut strukturierte Portugiesen offenbarten sich früh, dabei war der Auftakt vielversprechend: Gerade einmal 78 Sekunden waren gespielt, als Gomez eine Boateng-Flanke aufs portugiesische Tor köpfte, doch Rui Patricio fing den Ball ab. Auch die zweite Möglichkeit wurde über die rechte Seite vorbereitet. Mit seinem Außenristschuss nach Müllers scharfer Hereingabe konnte diesmal Podolski in seinem 98. Länderspiel den Schlussmann nicht überwinden (9.). Für erste Aufregung in der deutschen Hälfte sorgte in der 13. Minute Helder Postiga, der Neuer weit vor seinem Strafraum von den Beinen holte und dafür zurecht die Gelbe Karte vom französischen Schiedsrichter Stephane Lannoy sah. Danach hatte die DFB-Abwehr das Geschehen bis zur 45. Minute recht sicher im Griff, doch Sekunden vor der Pause verhinderte allein großes Glück den drohenden Rückstand. Beim Schuss von Pepe prallte der Ball von der Lattenunterkante auf die Torlinie und dann ins Feld zurück. Auch nach der Pause fehlten im deutschen Spiel die zündenden Ideen, obwohl das Bemühen um Linie unverkennbar war. Ein abgeblockter Podolski-Schuss (46.) und eine Kopfballchance von Gomez (57.), mehr hatte die portugiesische Hintermannschaft erst einmal nicht zu überstehen. Erst in der 72. Minute fand Khedira mit seiner Hereingabe den Kopf von Gomez, der seine Vollstreckerqualitäten bewies und das erlösende 1:0 erzielte. Wenig später verpasste Gomez ganz knapp das mögliche zweite Tor, als er an einer scharfen Hereingabe vorbeirutschte.
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