Löw kann die Zusammenkunft als erste Einstimmung auf ein Jahr nutzen, das er mit dem ersten Titelgewinn seit dem EM-Triumph 1996 krönen möchte. «Wir haben ein bisschen was zu schaffen», erklärte der Bundestrainer exakt einen Monat vor dem ersten Länderspiel des Jahres gegen Frankreich. Dafür erreichte ihn eine weitere schlechte Nachricht: Nach dem Dortmunder Mario Götze (Schambeinverletzung) wird auch Lukas Podolski am 29. Februar in Bremen ausfallen. Podolski muss wegen eines Teilrisses des Haltebandes im linken Fuß, den er am Samstagabend beim Kölner 1:4 gegen Schalke erlitt, drei bis vier Wochen pausieren. «Es ist noch nicht so dramatisch für uns. Wir haben den Juni im Kopf», meinte Bierhoff. «Für uns sind die Ausfälle jetzt noch zu verkraften. Im April wäre es schlecht.» Der Bundestrainer konnte am Sonntag zunächst nur 21 von 27 eingeladenen EM-Kandidaten im Teamhotel begrüßen. Neben Podolski musste auch Sami Khedira absagen: Der Mittelfeldspieler erhielt keine Freigabe von Real Madrid. Er soll auf Bitten seines Vereinstrainers José Mourinho seine Reha nach einer Knöchelverletzung fortsetzen. Mesut Özil reiste dagegen aus Spanien an, obwohl er am Samstagabend in der spanischen Liga beim 3:1-Sieg von Real Madrid gegen Real Saragossa einen schmerzhaften Schlag in den Rücken erhalten hatte. «Er beißt auf die Zähne und kommt hierher, das ist eine tolle Geste und auch nett von Real Madrid», erklärte Bierhoff. So müssen Sponsoren neben Podolski nicht auf einen weiteren Hauptdarsteller verzichten. «Poldi war in ein, zwei Szenen als Hauptrolle vorgesehen», sagte Bierhoff. Hier muss umbesetzt werden. Abgesagt hatten schon im Vorfeld Miroslav Klose (Lazio Rom) und Per Mertesacker (FC Arsenal) wegen Spielen mit ihren Clubs. Der Stuttgarter Cacau und der Gladbacher Marco Reus sollten nach dem Bundesligaduell ihrer Vereine nach München nachkommen. Die Marketingmaßnahmen zum Beginn eines Turnierjahres haben inzwischen Tradition. «Wir sind sehr dankbar, dass die Liga uns die Möglichkeit lässt, diese anderthalb Tage zu nützen», sagte Bierhoff: «Das würde man nie während eines Länderspieltermins hinbekommen.»
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