Der Durchmarsch mit zehn Siegen in der EM-Qualifikation sowie bemerkenswerte Testspielerfolge gegen Rekordweltmeister Brasilien (3:2) und den WM-Zweiten Holland (3:0) haben die Erwartungshaltung erhöht. Den nach der WM 2010 weiter forcierten Verjüngungsprozess mit Spielern wie Mats Hummels, Mario Götze oder Marco Reus sieht Löw als Basis für einen EM-Erfolg an: «Wie schon bei der WM ist zu erwarten, dass stark verjüngte Teams mit schnellem und technisch anspruchsvollem Fußball die Akzente setzen werden», prophezeit der Bundestrainer: «Ich erwarte ein attraktives und spannendes Turnier.» Personell kann Löw aus dem Vollen schöpfen, die Leistungsdichte und Konkurrenz habe ein neues Niveau erreicht. «Die Nominierung wird für mich diesmal einfacher, weil wir einen starken Kader haben», stellte Löw fest: «Früher musste ich mir oft Gedanken machen, wer spielerisch am besten unseren Ansprüchen genügt. Diesmal gibt es auf jeder Position mehrere Alternativen. Das macht vieles leichter.» Der Bundestrainer will den Konkurrenzkampf um die persönlichen EM-Tickets auch vor seinem dritten großen Turnier als Cheftrainer wieder bis kurz vor dem Endrundenstart ausreizen. «Vermutlich werden wir wieder mit mehr als 23 Spielern ins Trainingslager gehen, also zunächst einen erweiterten EM-Kader nominieren», kündigte Löw an. Am 9. Juni beginnt in Lwiw gegen Auftaktgegner Portugal mit Topstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid der EM-Ernstfall. Erzrivale Holland mit Bayern-Star Arjen Robben (13. Juni) und Außenseiter Dänemark (17. Juni) sind die weiteren Gegner in der am stärksten besetzten Vorrundengruppe. «Wir wissen, es wird ernst, von Anfang an», sagte Teammanager Oliver Bierhoff über das schwere Los. Löw kennt weder «Wunsch- noch Angstgegner». Er freut sich auf «attraktive Spiele». Die Konkurrenz wird intensiv beobachtet. «Wir werden die Gegner analysieren und internationale Liga-Spiele besuchen, um uns einen guten Überblick über die Leistungen von wichtigen Akteuren in den Reihen der Gegner zu verschaffen.» Parallel dazu plant Löw mit seinem Betreuerstab die eigene Vorbereitung «mit all ihren Facetten». Der Fahrplan steht: Am 11. Mai geht's ins erste Trainingslager nach Sardinien, an das sich ein Camp in Südfrankreich (18. bis 31. Mai) anschließt. Auch die letzten Testspielgegner sind mit der Schweiz (26. Mai/Basel) und Israel (1. Juni/Leipzig) bereits verpflichtet worden. Die EM-Mission beginnt schließlich am 4. Juni mit dem Bezug des EM-Quartiers in Danzig.
 |