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Löw bleibt positiv: Sind hungrig - Doubles gesucht

Berlin (dpa) - 04.12.2011, 13:46 Uhr

Nach der Auslosung kann sich Joachim Löw nun an die konkrete Planung machen. Foto: Sergey Dolzhenko
Nach der Auslosung kann sich Joachim Löw nun an die konkrete Planung machen. Foto: Sergey Dolzhenko

An ein mögliches vorzeitiges EM-Aus will Joachim Löw nach dem Los-Schreck von Kiew keinen einzigen Gedanken verschwenden. Sein Masterplan auf dem Weg zum angestrebten Finale am 1. Juli 2012 in Kiew steht längst.

Jetzt kann der Bundestrainer auch die Details festlegen. «Selbstverständlich haben wir keine Angst vor diesen Nationen, weil wir eine Qualität haben und sehr, sehr hungrig sind», erklärte Löw zu den hohen Vorrundenhürden Portugal, Holland und Dänemark beim EM-Turnier im Sommer kommenden Jahres.

Zunächst sucht der DFB-Chefcoach nach Doubles für die Dänen und Portugiesen. Norwegen, Finnland und die Schweiz nannte er als mögliche Kandidaten für die letzten EM-Tests Ende Mai und Anfang Juni. «Viele wollen gegen uns spielen», verriet der 51-Jährige. Aber einen Testgegner zu finden, der den Portugiesen ähnelt, sei schwierig. Die Holländer hatte das Löw-Team kürzlich beim beeindruckenden 3:0 von Hamburg persönlich getestet. Neben den Spaniern sieht der DFB-Chefcoach die «Oranjes» noch immer «als Maß aller Dinge», zumal sie «mit allen Spielern viel stärker sind».

«Natürlich ist es eine Hammergruppe, das ist außer Frage. Aber wenn man Europameister werden will, muss man die Gruppe so nehmen, wie sie ausgelost wurde», sagte Kapitän Lahm und blieb wie Löw bei seinen Titelambitionen. «Das sind Mannschaften, die mitspielen. Das liegt uns», bemerkte Toni Kroos. Und Thomas Müller, WM-Torschützenkönig 2010, betonte: «Dafür sind wir ja Fußballer, dass wir in solchen Spielen mit Kopf hoch reingehen und Spaß haben.»

Die Gefahr, in der schweren Gruppe B wie zuletzt 2004 in Portugal unter Teamchef Rudi Völler einen Vorrunden-K.o. zu erleiden, blenden Löw und sein Personal komplett aus. «Ich freue mich auf interessante Duelle. In Topform haben wir berechtigte Chancen», sagte Löw, der in den kommenden Tagen mit seinen engsten Helfern den EM-Titelplan für die Endrunde konkretisieren will. Das Stammquartier an der polnischen Ostseeküste wird trotz der drei Gruppenspiele in der Ukraine nicht verändert. «Schade, dass wir in die Ukraine müssen. Ich hätte gern in Polen gespielt», bedauerte der gebürtige Pole Lukas Podolski.


Auf den Termin der Anreise nach Danzig hat sich Löw praktisch schon festgelegt. Spätestens fünf Tage vor dem ersten Spiel muss das deutsche Team im Gastgeberland anreisen, legt das Reglement der Europäischen Fußball-Union (UEFA) fest. Das heißt, am 4. Juni müsste die Mannschaft im Hotel «Dwór Oliwski» eintreffen. So wird die EM-Generalprobe höchstwahrscheinlich am 1. Juni in Leipzig steigen.

Ganz ohne Probleme aber wird Löw nicht durch die unmittelbare Turniervorbereitung kommen. Vor allem durch den Terminplan des FC Bayern, der gleich acht EM-Kandidaten stellt, könnte der Plan des Bundestrainers in Gefahr geraten. Schaffen die Münchner den Sprung ins Champions-League-Finale, das am 19. im eigenen Stadion stattfindet, würden Bastian Schweinsteiger und Kollegen das Regenerations-Trainingslager an der Costa Smeralda auf Sardinien (11. bis zum 18. Mai) komplett verpassen und auch noch verspätet ins zweite Camp nach Tourettes in Südfrankreich anreisen.

Zusätzlich pikant geworden ist durch die Auslosung ein Testspiel des FC Bayern gegen die niederländische Nationalmannschaft am 22. Mai. Das war nach dem Streit um die Verletzung von Arjen Robben bei der WM 2010 und den anschließenden langen Ausfall des Holländers vereinbart worden. Ein Großteil der Spieler könnten sich nun wenige Tage später im zweiten EM-Spiel in Charkow (13. Juni) wiedersehen. Deutschland startet am 9. Juni in Lwiw gegen Portugal und spielt am 17. Juni zum Gruppenabschluss nochmals in Lemberg gegen die Dänen.

«Gegen die Holländer wird es spannend werden, Portugal ist auch nicht verkehrt, Dänemark ist auch eine gute Mannschaft. Wir haben schon was zu tun in der Gruppe. Wenn wir gut spielen, werden wir weiterkommen», fasste Bayerns neuer Star Müller die Aufgabe zusammen. Löw sieht nicht nur die Gruppe, sondern das gesamte 14. europäische Championat als große Herausforderung: «Ich glaube, dass die EM insgesamt ein Hammerturnier wird.» Dennoch bleibt die sportliche Leitung positiv gestimmt. «Der Glaube ist da, wohlwissend, dass es ein langer und schwerer Weg wird», betonte Manager Oliver Bierhoff.

Das alles Entscheidende ist für Löw, «welche Mannschaft bringt die beste Form mit ins Turnier, die wenigsten Probleme und Verletzungen». Inwieweit das EM-Abschneiden auch seine Zukunft als Bundestrainer beeinflussen könnte, wolle er nicht beantworten. «Es hängt ja nicht immer nur vom Abschneiden ab, sondern auch vom Gesamteindruck der Mannschaft. Und es wäre total verkehrt, wenn ich mir vor einem Turnier Gedanken mache, was hinterher passieren könnte. Nein, ich freue mich auf diese Gruppe», sagte Löw der «Bild am Sonntag».

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