«Die Deutschen haben eine starke Mannschaft, sie fahren mit dem Gefühl zur EM, den Titel holen zu können», sagte Inter Mailands Star Wesley Sneijder, «aber wir fahren mit dem gleichen Gefühl». An Selbstbewusstsein hat es den Holländern selten gemangelt. So wollen sie trotz der Absagen von Arjen Robben, Robin van Persie und Rafael van der Vaart an der Elbe triumphieren. Einen Schreck bekam van Marwijk, als Sneijder sich nach einstündigem Abschlusstraining mit schmerzverzerrtem Gesicht ans Bein griff und die Einheit abbrechen musste. «Er hat etwas an der Wade, wir wollen seine Reaktion morgen abwarten», sagte der Trainer. Für den 27-jährigen Sneijder könnte der sechs Jahre jüngere Luuk de Jong vom FC Twente zum Einsatz kommen. «Freundschaftsspiele gibt es nicht mehr, vor allem nicht gegen Deutschland. Das ist ein sehr spezielles Duell mit vielen Emotionen. Ich freue mich unglaublich darauf», sagte van Bommel vor seinem ersten Klassiker gegen Deutschland. «De Volkskrant» schrieb am Montag, die Spieler der Elftal gehörten alle zur «Generation nach den großen Emotionen». Allerdings sei einiges übrig geblieben von der «uralten Rivalität, wegen der Vergangenheit und der Konfrontation zwischen dem großen und dem kleinen Nachbarn». Ganz so hitzig wie vor 21 Jahren, als Frank Rijkaard im WM-Achtelfinale Gegenspieler Rudi Völler anspuckte, soll es am Dienstag nicht werden. Besonders motiviert ist Schalkes Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, der wegen seiner gebrochenen Nase erstmals mit einer Gesichtsmaske auflaufen will und in der letzten Einheit seine Torgefährlichkeit mit Kopf und Fuß unterstrich. Der 28-Jährige verletzte sich im Europa-League-Spiel des FC Schalke gegen AEK Larnaca. Im Nationalteam muss der Angreifer trotz zwölf Treffern in der EM-Qualifikation wachsam sein, so groß ist die Konkurrenz. Aus der Bundesliga zählen neben Huntelaar Edson Braafheid, Ryan Babel (beide Hoffenheim) und der Stuttgarter Khalid Boulahrouz zum Aufgebot des Zweiten der FIFA-Weltrangliste.
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