Auch Holger Badstuber war gar nicht im Aufgebot und wurde geschont. Löw testete dafür Per Mertesacker und Mats Hummels als Innenverteidiger-Paar. Nachdem Boateng in der Türkei rechts verteidigen durfte, bekam dort diesmal Benedikt Höwedes eine Chance. Neben den Abwehrakteuren Hummels und Höwedes kam im Vergleich zum Türkei-Spiel auch noch das Mittelfeld-Trio Özil, Toni Kroos und Schürrle neu die Startformation. Die angekündigte Party-Stimmung konnten die umformierten Hausherren bei Nieselregen zunächst aber nicht verbreiten. Löws Mannschaft hatte Mühe, die rechte Einstellung zu finden. Die Belgier drängten die DFB-Auswahl in den ersten 20 Minuten in deren Hälfte und kämpften um ihre letzte Chance - ohne allerdings dabei Torgefahr gegen die sichere Abwehr vor Manuel Neuer zu verbreiten. Den von 4500 mitgereisten Fans stimmgewaltig unterstützten «Roten Teufeln» fehlten der gesperrte Münchner Daniel van Buyten im Abwehrzentrum sowie Angreifer Igor de Camargo. Der Gladbacher erlitt im Training einen Teilabriss des Innenbandes im linken Knie. Als Erste in der deutschen Mannschaft wehrten sich auf den Außenbahnen Thomas Müller und Schürrle. Müller sorgte nach einer knappen halben Stunde für die erste Chance durch Gomez, doch der Münchner scheiterte am guten Torhüter Simon Mignolet. Nach der folgenden Ecke legte Sami Khedira für Real-Madrid-Kollege Özil auf, dessen fulminanter Linksschuss aus 22 Metern direkt von der Latte ins Netz rauschte - zugleich eine Schützenhilfe für die Türkei in deren Fernduell mit Belgien. Nur drei Minuten später leitete Özil nach einer belgischen Ecke einen Hochgeschwindigkeits-Konter ein, den Schürrle nach Gomez-Zuspiel mit einem klugen Lupfer abschloss. Es war im zehnten Länderspiel schon das fünfte Tor des Leverkuseners. Bei Jan Vertonghens Schuss fehlte nicht viel zum Anschlusstreffer (42.), Höwedes hatte den Ball noch abgefälscht. Der stets gefährliche Gomez hätte kurz vor dem Pausenpfiff sogar auf 3:0 gegen die geschockten Belgier erhöhen können, erneut rettete Mignolet. Kurz nach Wiederanpfiff traf er nach Doppelpass mit Özil aus 18 Metern flach mit links zu seinem sechsten Tor in der Qualifikation. Nach Fehler von Hummels zwang der eingewechselte Romelo Lukaku Neuer zu seiner besten Tat (68.). In der Schlussphase kam noch Ilkay Gündogan als 49. Neuling unter Löw zu seinem Debüt.
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