Erst ein Fehler des Münchners Daniel van Buyten, der in Düsseldorf gelb-gesperrt fehlt, ermöglichte vor einem Jahr in Brüssel Klose den Siegtreffer. «Das erste Spiel nach der WM zu gewinnen, war schwierig und der Schlüssel für uns», meinte Schweinsteiger: «Ich gehe davon aus, dass es im Rückspiel noch schwieriger wird.» Schweinsteiger wird möglicherweise gar nicht selbst helfen können, denn seine gegen die Türken erlittene Oberschenkelblessur erweist sich als ebenso hartnäckig wie das muskuläre Problem bei seinem Bayern-Kollegen Jérôme Boateng. Beide waren beim Abschlusstraining am Montagabend aber dabei. Routinier Klose musste zuvor bereits definitiv passen, das 113. Länderspiel muss weiter warten. «Er hat alles versucht, die Behandlungen sind ausgereizt, er hat immer noch starke Schmerzen im Knie», berichtete der Bundestrainer. Dagegen kann Löw wohl Mesut Özil aufstellen, der in Istanbul wegen einer Achillessehnenreizung ebenfalls gefehlt hatte. Özil würde für den abgereisten Dortmunder Mario Götze wieder auf seinen angestammten Platz in der offensiven Mittelfeldreihe rücken. Der von einem grippalen Infekt genesene Münchner Toni Kroos könnte für Schweinsteiger ins Team kommen. Ansonsten werde es «nicht all zu viele Wechsel» geben, kündigte der Bundestrainer an. Beim Training probte Löw überraschend nochmals mit dem Wolfsburger Christian Träsch als Rechtsverteidiger neben Per Mertesacker, Mats Hummels und Philipp Lahm. Im zentralen Mittelfeld bildeten Sami Khedira und Simon Rolfes ein Paar. Aber auch der angeschlagene Schweinsteiger ist noch nicht abgeschrieben. Ein Personaltausch macht Löw ohnehin keine Sorgen, im Gegenteil: «Grundsätzlich treibt gerade die Konkurrenzsituation die Spieler an, nicht nachzulassen.» Deshalb müsse man sich in Deutschland nun ein für alle Mal von der Unterscheidung in elf Stammspieler und Ergänzungsspieler verabschieden, forderte der DFB-Chefcoach energisch: «Das Thema Stammspieler ist passé!» Löw will viele gleichwertige Alternativen - wie in der Angriffsspitze. Der Freiburger lobte die Entwicklung des 26 Jahre alten Gomez. Vor seinem 49. Länderspiel sei der Münchner nun auf Augenhöhe mit dem jahrelang unantastbaren Klose. «Wenn er spielt, trifft er auch», sagte Löw zu Gomez, der viele Jahre im Nationalteam gefremdelt hatte. Auf fünf Qualifikations-Tore hat es Gomez schon gebracht: «Er ist eine Tormaschine», sagte Löw. Das will Gomez auch gegen die Belgier wieder beweisen, für deren letzten und einzigen Sieg in Deutschland es keine Zeitzeugen mehr gibt. Vor sage und schreibe 101 Jahren verlor das DFB-Team 0:3 in Duisburg. Und auch der letzte belgische Erfolg überhaupt im Nachbarschaftsduell liegt schon 57 Jahre zurück. 19 der bisherigen 24 Vergleiche konnte Deutschland gewinnen, vier Partien gingen verloren.
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