Fast beschwörend schreibt die Zeitung «Hürriyet» vor dem Duell gegen die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): «Wir glauben, wir werden gewinnen.» Trainer, Spieler und Medien setzen vor allem auf den Heimvorteil und hoffen, dass die türkischen Fans die mehr als 50 000 Zuschauer fassende, neue Arena im Norden Istanbuls in einen Hexenkessel verwandeln. Vor allem der türkischstämmige Mesut Özil steht im Blickpunkt. Was sagt er? Wird er spielen? Wird er über ein Tor gegen die Türkei jubeln? Özil, der sich einst für Deutschland entschieden hat, fürchtet im Land seiner Vorfahren die offene Anfeindung. Im Hinspiel in Berlin, das Deutschland 3:0 gewann, wurde er von den türkischen Fans ausgepfiffen. In einer Onlineumfrage meinten am Donnerstag 63 Prozent der Türken, Özil sei mehr Deutscher. 37 Prozent halten ihn noch für einen Türken. Angst vor Pfiffen der Fans hat der in Deutschland aufgewachsene Sohn türkischer Eltern nach eigener Aussage nicht: «Damit kann ich umgehen. Sie machen mir nichts aus», sagte Özil in einem Interview des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In der Stadt habe er bis jetzt keine negativen Erfahrungen gemacht, schilderte der Real-Star die bisherigen Stunden in Istanbul: «Die Leute sind sehr positiv und stolz.» Unterstützung bekommt er ausgerechnet von seinen türkischen Kollegen. «Wir sind als Türken stolz auf Özil. Er ist ein guter Kerl», sagte Nationalverteidiger Servet Cetin von Galatasaray Istanbul. Auch Routinier Emre war um Deeskalation bemüht. Özil sei ein toller Fußballer, erklärte er. Ob der so Gelobte überhaupt spielen kann, ist allerdings fraglich.
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