Auch Real-Star Özil soll sich dem Stahlbad in Istanbuls nördlichem Stadtteil Seyrantepe stellen. Dass der in Gelsenkirchen geborene Deutsch-Türke beim ersten Länderspiel im Land seiner Vorfahren wohl nicht freundlich empfangen wird, dürfe «keine Rolle» spielen, sagte Löw: «Beim 3:0-Hinspiel in Berlin musste er mit Pfiffen leben, das hat er sehr gut gemacht. Wer mit Real Madrid sechsmal gegen den FC Barcelona gespielt hat, ist menschlich so gereift, dass er die Pfiffe absolut wegsteckt», sagte Löw. «Jeder kann seine Position stärken», betonte der Bundestrainer. Der verschärfte Wettbewerb der Spieler kommt ihm schon acht Monate vor Turnierbeginn recht: «Große Mannschaften haben einen guten Durchlauf und auf allen Positionen einen Konkurrenzkampf.» Dabei verlaufe der interne EM-Ausscheidungswettbewerb «sehr kollegial», wie Manager Bierhof schilderte: «Grabenkämpfe und Lagerkämpfe, wie man sie aus den 70-er Jahren kannte, kann ich in der Mannschaft nicht erkennen.» Dass dennoch jede Diskussion um die Stammplätze von den Spielern aufmerksam verfolgt wird, machte eine erstaunliche öffentliche Wortmeldung von Sami Khedira deutlich. «Aus dem Nix» habe eine Diskussion um seine Position in der DFB-Auswahl stattgefunden, in der der Mittelfeldspieler im vergangenen halben Jahr aus Verletzungs- und Schonungsgründen nur beim 2:1-Sieg in Österreich zum Einsatz gekommen war. Der 24-Jährige von Real Madrid klagt über fehlende Wertschätzung und «unfaire» Kritiken. Dem verschärften Konkurrenzkampf mit dem Münchner Kroos, der Khediras Abwesenheit im DFB-Team zuletzt zur Eigenwerbung nutzte, will er sich selbstbewusst stellen: «Ich vertraue in meine Stärke.» Das will Khedira in Istanbul an der Seite von Schweinsteiger auf dem Platz unterstreichen: «Wenn man weiß, dass der Gegner mit aller Macht gewinnen muss, ist es eine große Herausforderung.» Die voraussichtliche Aufstellung: Neuer - Höwedes, Mertesacker, Badstuber, Lahm - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski - Klose
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