Tim Wiese: Ungestüme Nummer 2 ohne Sieg
Danzig (dpa) - 07.09.2011, 09:46 Uhr
Nationaltorhüter Tim Wiese (u) klärt in höchster Not vor dem Polen Slawomir Peszko.
Langsam wird's zum Fluch für Tim Wiese. Der Bremer kann im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft halten, wie er will - eines ist immer gleich: Als Sieger geht Wiese nicht vom Rasen. Auch in seinem fünften Länderspiel setzte sich die Serie beim 2:2-Unentschieden im Testspiel gegen Polen fort. «Das ist halt so», meinte der 29-Jährige fatalistisch. Wiese hatte auch in Danzig etliche starke Szenen - unter anderem bei zwei Rettungstaten gegen den Kölner Slawomir Peszko. Typisch für die deutsche Nummer 2 sind aber auch Harakiri-Aktionen wie beim unnötig verschuldeten Elfmeter zum 1:2, der aus seiner Sicht keiner war. «Ich spiele zuerst den Ball und rutsche dann in den Gegenspieler rein», schilderte er die Szene, als er Pawel Brozek umsenste. Dumm gelaufen? «Gegentore sind Gegentore, was heißt da blöd?»
Drei Unentschieden, zwei Niederlagen, sieben Gegentore - so lautet die Länderspielbilanz von Wiese seit seinem 1:2-Debüt 2008 gegen England. Nur selten darf sich Wiese im DFB-Team beweisen. Er hält meist gut, will aber auch zu viel, spielt alles oder nichts. In jedem Länderspiel, in dem er ganz oder auch nur teilweise dabei war, kassierte die deutsche Elf zwei Tore. Einmal, beim 2:2 gegen die Elfenbeinküste 2009, ging Wiese übrigens als Halbzeitsieger raus. Deutschland führte 1:0 - die zwei Gegentore kassierte Manuel Neuer.
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