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Klose und Poldi: Mit großen Gefühlen gegen Polen

Danzig (dpa) - 05.09.2011, 18:08 Uhr

Miroslav Klose (r) und Lukas Podolski (M) wurden in Polen geboren.
Miroslav Klose (r) und Lukas Podolski (M) wurden in Polen geboren.

Auf diesen Tag mussten Miro Klose und Lukas Podolski Jahre warten. Zusammen kommen sie auf 202 Einsätze im Deutschland-Trikot - jetzt bestreiten sie erstmals ein Länderspiel in ihrem Geburtsland Polen.

Bei ihren Zurufen im Spiel werden sich Miroslav Klose und Lukas Podolski ausnahmsweise umstellen müssen. «Wir reden ja nicht nur auf dem Platz Polnisch, sondern auch außerhalb. Jetzt werden wir vielleicht auf Englisch umswitchen», scherzte Klose. Doch Podolski winkte am Montagabend in Danzig ab: Man werde bei polnisch bleiben - und als Ausweichsprache böte sich sonst eher deutsch an.

111 Einsätze für Deutschland hat Klose in den Knochen, Poldi hat schon 91 Mal in der deutschen Fußball-Nationalelf gespielt - aber auf dieses Länderspiel haben sie viele Jahre warten müssen. Umso größer ist die Vorfreude, auch wenn am Dienstag in Danzig noch nicht EM ist, sondern lediglich ein Testspiel ansteht. «Ich freu' mich drauf. Ein Großteil meiner Familie wird da sein», berichtete Podolski bei seiner Pressekonferenz im EM-Stadion.

«Etwas ganz Besonderes» sei das Spiel, berichtete auch Klose: «Man ist dort geboren, man beherrscht die Sprache. Poldi und ich freuen uns, da zu spielen. Es ist das erste Mal für uns», klärte der am 9. Juni 1978 im schlesischen Oppeln geborene Klose auf. Als Neunjähriger war er mit seinen Eltern in die Pfalz nach Kusel gezogen.

Podolski kam am 4. Juni 1985 in Gleiwitz in Oberschlesien zur Welt. Er war zwei, als er mit seinen Eltern in Bergheim bei Köln eine neue Heimat fand. Auch der heute 26-Jährige ist aufgeregt. «Wenn man in dem Land geboren ist, zu Hause immer polnisch spricht, eine Großfamilie da noch lebt, ist das ein besonderes Spiel, keine Frage.»


Klose ist sogar extra zu Joachim Löw gegangen, damit dieser ihn ja nicht schont. «Ich habe nach dem Spiel gegen Österreich kurz mit dem Bundestrainer gesprochen. Ich gehe davon aus, dass ich eine Halbzeit spiele», berichtete er. Auch Podolski will unbedingt ran. «Es wäre schön für mich, von Anfang an dabei zu sein und auf dem Platz beide Nationalhymnen zu hören», sagte er. Löw dürfte den Wunsch erfüllen. Er weiß, dass bei Klose und Poldi «besondere Gefühle vorherrschen».

«Und dann schauen wir mal, ob wir gewinnen können», bemerkte Klose. Beim letzten Duell erzielte ausgerechnet Podolski bei der EM 2008 in Klagenfurt beide Treffer beim 2:0-Vorrundensieg der deutschen Mannschaft - und jubelte «aus Respekt» sehr verhalten.

«Ich bin gerne in Polen», erzählte Podolski. Durch Familie und Urlaube habe er nach wie vor «einen guten Bezug» zum Land, seine Monika hat er dort geheiratet. Klose dagegen kehrte am Montag erstmals seit fast fünf Jahren wieder zurück. Das sei zwar «traurig», aber «das bringt der Fußball mit sich». Seine Tante und sein Onkel werden wohl nicht ins Stadion kommen. «Unser Spiel ist so weit oben im Land, und sie wohnen so weit unten.»

Im reifen Fußballeralter von 33 Jahren ist Klose der Senior im DFB-Team - eine Konstante in der sich ständig verjüngenden Auswahl. «Ich bin noch da - und ich werde auch noch eine Zeit lang bleiben», kündigte er schmunzelnd an. Sein Nahziel sei die EM in Polen und der Ukraine, «da will ich unbedingt dabei sein». Was danach kommt, lässt der vom FC Bayern zu Lazio Rom gewechselte Torjäger offen: «Ich fühle mich topfit und kann noch viele Spiele machen.»

Und Tore auch. Nach dem hauchzart mit dem Knöchel erzielten 62. Länderspieltreffer gegen Österreich fehlen ihm nur noch sechs zum Rekord von Gerd Müller. «Die Marke, die der Bomber gestellt hat, wird immer die Nummer eins bleiben», erklärte Klose mit Verweis auf Müllers Wahnsinnsquote; seine 68 Tore erzielte er in nur 62 Spielen.

«Ich habe es dem Bomber auch persönlich gesagt, dass ich es mir nie anmaßen würde, an seinem Niveau, seinen Toren, seiner Marke zu kratzen», berichtete Klose. Trotzdem bleibt es sein Ziel, weiter «viele Tore zu schießen». Auch bei seiner Premiere in Polen.

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