Erst zur Halbzeit der zurückliegenden Saison verdrängte Zieler bei Hannover 96 die damalige Nummer eins Florian Fromlowitz, den Nachfolger des 2009 gestorbenen Nationaltorwarts Robert Enke. Zielers Interpretation der Torhüterposition erinnert viele Fans an Enkes Art, auf dem Platz aufzutreten. Mit gutem Stellungsspiel, umsichtiger Strafraumbeherrschung und starken Reflexen überzeugt der junge Mann und verzichtet dabei auf und neben dem Platz auf alle Schnörkel. «Er gehört mit seinen 22 Jahren zu der jungen Generation, die das moderne Torwart-Spiel verkörpert, das wir beim DFB sehen wollen», sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, als er eine Woche vor der offiziellen Nominierung die Berufung auf der DFB-Internetseite ankündigte. Durch die Verletzung von René Adler hat Zieler nun die unerwartete Möglichkeit, sich als dritte Kraft hinter Stammtorwart Manuel Neuer und Ersatzmann Tim Wiese zu etablieren. «Ich glaub schon, dass mich mittlerweile mehr Leute kennen», sagte Zieler über seine neue Bekanntheit in Hannover. Das war bis zum Januar ganz anders. Nur eingefleischte 96-Fans wussten bis dahin, dass der gebürtige Kölner als 16-Jähriger zu Manchester United gewechselt war und in den Jugendteams des englischen Rekordchampions ausgebildet worden ist. Bei DFB haben sie Zieler indes schon länger im Auge. Zieler durchlief in Deutschland alle DFB-Jugendteams von der U 16 bis zur U 20. Nun hat er sich zumindest vorläufig gegen die anderen Kandidaten wie Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach), Kevin Trapp (1. FC Kaiserslautern) und Oliver Baumann (SC Freiburg) durchgesetzt. Und gegen Weidenfeller auch.
 |