Für Löw sind Tests gegen die Großen des Weltfußballs wie jetzt in der mit 54 767 Zuschauern ausverkauften, neu gestalteten Stuttgarter Arena gegen Brasilien Hauptbestandteile der Vorbereitungsstrategie auf die Europameisterschaft 2012 und sogar schon auf die Weltmeisterschaft 2014. Die Niederlande, Frankreich, Argentinien und Italien sind als Testspiel-Gegner schon fest gebucht. Deshalb sind alle Diskussionen um Sinn und Unsinn der Länderspiel-Termine für den 51-jährigen Löw kein Thema. Finanziell sind solche Partien für den DFB, der am Dienstag den Vertrag mit Hauptsponsor Mercedes-Benz vorzeitig verlängern wird, mit rund sieben Millionen Euro Einnahmen zudem höchst lukrativ. «Das Länderspiel zum Saisonstart stört nicht. Es ist ein Unterschied, ob es den Termin nach einer WM oder EM gibt. Jetzt ist er sinnvoll. Das ist ein guter Gegner, ein guter Test», betonte auch Kapitän Philipp Lahm. Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), hatte den Termin nochmals als «Blödsinn, Teil zwei» abgestempelt. Für Cacau völlig unberechtigt: «Es geht auch um die Vorbereitung für die EM. Ich denke nicht, dass es einen schlechten Zeitpunkt für die Nationalmannschaft gibt.» Löws Ansprüche sind nach Platz zwei bei der EURO 2008 und dem WM-Halbfinal-Aus im vergangenen Jahr in Südafrika längst formuliert: «Wir wollen zunächst einem hohen fußballerischen Anspruch gerecht werden. Mit dem nötigen Quäntchen Glück in einem engen Spiel gewinnst du am Ende den Titel, und mit einem Fehler in einer wichtigen Situation kann das Turnier beendet sein», betonte der Bundestrainer im verbandseigenen Journal. Auch für Brasiliens Chefcoach Mano Menezes ist die Partie in Stuttgart ein «wunderbarer Test». Beim fünfmaligen Weltmeister, der jüngst bei der Copa America mit dem Aus im Viertelfinale enttäuschte, sind in dem Münchner Luiz Gustavo (erstmals eingeladen) und dem Leverkusener Renato Augusto zwei Bundesliga-Profis dabei. Nur drei der bisherigen 20 Duelle gegen die Brasilianer konnte Deutschland gewinnen, der letzte Sieg liegt fast 18 Jahre zurück. 1993 in Köln waren noch Lothar Mattäus und Jürgen Klinsmann die Stars, Guido Buchwald und Andreas Möller schossen beim 2:1 die Tore. Für die große aktuelle Bayern-Fraktion kommt nach dem misslungenen Bundesliga-Start und Neuers Patzer die Vorbereitungsruhe auf Brasilien erst einmal recht. Mit zwei Kleinbussen waren die acht Münchner Nationalspieler plus Reus direkt nach dem Spiel von München nach Stuttgart gereist. «Es war eigentlich alles ganz normal», berichtete der Gladbacher über die nächtliche Autobahn-Tour. Die voraussichtliche Aufstellung: Neuer - Höwedes, Hummels, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Kroos - Götze, Müller, Podolski - Gomez
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