«Wir haben jetzt natürlich den klaren Fokus auf der EM-Qualifikation», gab auch Bierhoff zu, der in der recht chaotischen Mixed Zone einer der gefragtesten Interviewpartner war, auch auf italienisch und englisch sämtliche Fragen beantwortete und seinen «Chef» prächtig vertrat. Man werde «jetzt schon mal ein bisschen zu den Gegnern rüberschielen und rechtzeitig entsprechend Material sammeln», erläuterte Bierhoff. «So dass wir dann nach der EM direkt mit der WM-Vorbereitung anfangen können.» Die Ersten der neun europäischen Gruppen qualifizieren sich direkt für die Endrunde in drei Jahren. Die besten acht Gruppenzweiten ermitteln in einer Relegationsrunde vier weitere Starter für das zweite Weltturnier in Brasilien nach 1950. In einer der spannendsten Gruppen bekommt es Welt- und Europameister Spanien mit Frankreich, Weißrussland, Georgien und Finnland zu tun. Für die Deutschen dagegen gibt es mit Österreich und Kasachstan ein schnelles Wiedersehen. Beide Länder zählen bereits in der laufenden Qualifikation zur EURO 2012 zu den deutschen Gegnern. Gegen die Kasachen gelangen mit 3:0 und 4:0 zwei Siege. Die Österreicher wurden in Wien 2:1 bezwungen, das Rückspiel findet am 2. September in Gelsenkirchen statt. Gegen das Austria-Team hat Deutschland seit fast 25 Jahren nicht verloren. «Da muss alles passen», sagte auch Österreichs Teamchef Dietmar Constantini. «Ein Sieg gegen Deutschland ist den Leuten bei uns fast wichtiger als die Qualifikation.» «Trotz Deutschland lässt uns dieses Los hoffen», titelte die Wiener «Kronenzeitung» am Sonntag. «Deutschland wird zum Dauergast», schrieb die Zeitung «Kurier». Bundesligaprofi Christian Fuchs freut sich ganz besonders auf den erneuten Vergleich. «Dass wir wieder gegen Deutschland spielen, ist genial. Wieder eine neue Chance, ihnen ein Haxerl zu stellen», sagte der Schalker. Auch gegen die übrigen Gruppengegner weist die DFB-Auswahl eine positive Bilanz auf. Mit den Färöer Inseln gab es in der Qualifikation zur EM 2004 die beiden einzigen Vergleiche, die Deutschland 2:1 und 2:0 gewann. Schweden war am 17. November letzten Jahres in Göteborg letztmals deutscher Gegner: Bei winterlichen Bedingungen trennte man sich 0:0. Insgesamt ist die DFB-Bilanz gegen den WM-Zweiten von 1958 in 34 Spielen knapp positiv. Gegen das vom Italiener Giovanni Trapattoni trainierte Irland gab es in 16 Vergleichen sieben deutsche Siege bei fünf Niederlagen. Aber natürlich war es auch Bierhoffs protokollarische Pflicht, vor Übermut zu warnen. «Man kann sich nicht darauf ausruhen, dass man Favorit ist. Die anderen Nationen holen auf, wir müssen alle Spiele hochkonzentriert angehen», sagte er, ehe es schon am Sonntagabend über Sao Paulo wieder zurück nach Frankfurt gehen sollte. Die europäischen WM-Qualifikationsgruppen im Überblick: Gruppe A: Kroatien Serbien Belgien Schottland Mazedonien Wales Gruppe B: Italien Dänemark Tschechien Bulgarien Armenien Malta Gruppe C: Deutschland Schweden Irland Österreich Färöer Kasachstan Gruppe D: Niederlande Türkei Ungarn Rumänien Estland Andorra Gruppe E: Norwegen Slowenien Schweiz Albanien Zypern Island Gruppe F: Portugal Russland Israel Nordirland Aserbaidschan Luxemburg Gruppe G: Griechenland Slowakei Bosnien Litauen Lettland Liechtenstein Gruppe H: England Montenegro Ukraine Polen Moldau San Marino Gruppe I: Spanien Frankreich Weißrussland Georgien Finnland
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