«Piefke-Prügler» beschämen Deutschland

Wien (dpa) - 05.06.2011, 13:40 Uhr
«Piefke-Prügler» beschämen Deutschland
Österreichische Polizisten nehmen einen Hooligan in Gewahrsam.

Mit rechtsradikalen Parolen und Zerstörungswut haben Hunderte randalierende Deutsche vor dem EM-Qualifikationsspiel in Wien das hässlichste Gesicht der Bundesrepublik gezeigt.

Die meist aus Ostdeutschland angereisten Hooligans lieferten sich kurz vor Anpfiff am Freitag in der Innenstadt Straßenschlachten mit der Polizei und demolierten Lokale. 213 deutsche Krawallmacher wurden festgenommen. Die Beamten sperrten rund um die Feiermeile Bermudadreieck am Schwedenplatz zeitweise ganze Straßenzüge ab.

Hatten sich die Störer in der Vergangenheit eher auf Spiele in Osteuropa konzentriert, lockten sie nun möglicherweise die Ausschreitungen und der Spielabbruch des Derbys Rapid gegen Austria in Wien vor zwei Wochen nach Österreich. Bei dem Bundesliga-Spiel hatten Hunderte radikale Rapid-Anhänger das Spielfeld gestürmt und Fans wie eigene Spieler angegriffen. Die Partie musste in der 26. Minute abgebrochen werden, mehrere Menschen wurden verletzt.

Die meisten «Piefke-Prügler» haben nach Informationen der «Kronenzeitung» in Deutschland Stadionverbot, die wenigsten hatten ein Ticket für das Spiel. Sie seien schon Tage vor der Begegnung über unauffällige Drittstaaten wie Tschechien oder die Slowakei mit dem eigenen Auto eingereist. Die Polizei ging von insgesamt rund 400 Hooligans aus.

Augenzeugen berichteten am Wochenende von «bürgerkriegsartigen Szenen in Teilen der Wiener Innenstadt». «Alles was nicht niet- und nagelfest war, wurde von den Randalierern durch die Luft geschleudert», zitierte die «Kronenzeitung» eine Frau. Durch die große Zahl der Festnahmen soll es zeitweise in Wien keine einzige freie Zelle mehr gegeben haben.

Die Gewalttäter im Deutschland-Trikot sollen nach Berichten auch rechtsradikale Parolen gebrüllt und den Hitler-Gruß gezeigt haben. Hunderte Polizisten kämpften mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Hooligans.

Ein Polizist wurde bei den Ausschreitungen verletzt. Die Deutschen wurden wegen Landfriedensbruchs und Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt. Auch ein Österreicher kam nach Polizeiangaben in Gewahrsam. Nach dem Spiel gab es keine Ausschreitungen mehr. Auch am Wochenende blieb es ruhig.

Bereits am Donnerstagabend hatte es in der Gegend rund um den Schwedenplatz Zusammenstöße zwischen Fans und Polizei gegeben. Rund 150 gewaltbereite Anhänger der DFB-Elf zettelten nach Angaben der Polizei eine Schlägerei mit Österreichern an und demolierten ein Lokal. Zwei Deutsche wurden festgenommen.

Deutsche Nationalmannschaft DFB Nationalmannschaft Fanartikel

Nationalmannschaft Tickets bei Viagogo bestellen