Uruguays Star Forlán: Vom WM-Helden zum Versager
Madrid (dpa) - 27.05.2011, 12:55 Uhr
Diego Forlan hat fußballerisch schon bessere Zeiten erlebt.
Diego Forlán ist der große Star der Nationalelf Uruguays, die am Sonntag gegen Deutschland antritt. Bei der WM 2010 in Südafrika war er zum besten Spieler gewählt worden. Bei seinem Verein Atlético Madrid gilt er inzwischen aber als große Enttäuschung. Bei der WM in Südafrika war er noch als Held gefeiert worden, mit Atlético gewann er die Europa League und den europäischen Supercup. Nicht mal ein Jahr nach den Triumphen ist Diego Forlán auf dem Tiefpunkt seiner Karriere angelangt. Bei Atlético war der einstige Torjäger zuletzt nur zweite Wahl. Die Leser des Madrider Sportblatts «Marca» wählten den Blondschopf zur «größten Enttäuschung der Saison» in Spanien - gleichauf mit dem Brasilianer Kaká von Real Madrid. In der Partie gegen die DFB-Elf wird sich der 32-Jährige nun rehabilitieren wollen. Für Uruguay ist die Partie vor allem Test im Vorfeld der Copa América (1. bis 24. Juli). Dort will sich Forlán vor internationalem Publikum empfehlen, denn seine Zukunft bei Atlético ist ungewiss. Er wurde zuletzt mal mit Besiktas Istanbul in Verbindung gebracht, mal wollte man ihn in die Wüste nach Dubai locken, wo der von Diego Maradona trainierte Club Al-Wasi um den Uruguayer wirbt.
Der Höhepunkt von Forláns Laufbahn liegt nicht einmal zwölf Monate zurück, für ihn selbst eine Ewigkeit. Seinen Club Atlético hatte er im Mai 2010 im Finale der Europa League in Hamburg mit zwei Treffern zu einem 2:1-Sieg gegen den FC Fulham und zum ersten europäischen Titel seit fast 50 Jahren verholfen. Bei der WM wurde Forlán zum besten Spieler gewählt und mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet. In der WM-Partie um den dritten Platz hatte er Uruguay gegen Deutschland mit 2:1 in Führung geschossen, konnte den 3:2-Sieg der DFB-Elf aber dennoch nicht verhindern. Auch diese Saison begann vielversprechend. Mit einem 2:0-Sieg über den Champions-League-Gewinner Inter Mailand sicherte sich Forlán mit Atlético den Supercup. Aber schon bald ging es mit dem Stürmer bergab. Er traf immer seltener, Trainer Quique Sánchez Flores wechselte ihn immer häufiger aus. Zuletzt verlor Forlán seinen Platz in der Stammelf - und flog gar aus dem Kader. |