Das Gespräch war bisher geheim gehalten worden - und über die Inhalte darf nun spekuliert werden. Zuletzt hatte Ballack bei Bayer Leverkusen zwar wieder regelmäßig gespielt, seine frühere Topform aber hat der 34-Jährige in dieser Saison nicht wieder erreicht. Westermann, dem Löw ein Comeback in Aussicht gestellt hatte, und der angeschlagene Bremer Mertesacker sollen eine längere Pause einlegen. «Wir haben gemeinsam beschlossen, dass er diesmal nicht dabei ist. Er soll die Zeit nutzen, um seine Verletzungen auszukurieren und für die neue Saison zu regenerieren», sagte Löw zu seiner Stammkraft Mertesacker. Manchester-City-Profi Boateng ist nach einer Meniskus-Operation noch nicht wieder fit. Dafür bekommt Rolfes nach längerer Nationalmannschaftspause wieder eine Chance. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte das bisher letzte seiner 21 DFB-Spiele im Oktober 2009 gegen Russland (1:0) bestritten - übrigens an der Seite von Ballack. «Nach langer Verletzungspause ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen, Simon wieder eine Chance zu geben. Wir hatten ihn nie abgeschrieben. Er hat sich in diesem Jahr hart herangearbeitet und war oft in guter Verfassung», bemerkte der Bundestrainer. Rolfes kann wieder hoffen, auf den deutschen EM-Zug aufspringen, der ohne Ballack unterwegs ist. Als 46. Debütant unter Löw könnte Talent Reus in Richtung EM-Endrunde 2012 zumindest eine erste Bewerbung abgeben. «Natürlich freut es mich sehr und es macht mich stolz, dass ich endlich dabei sein kann», kommentierte der Offensivmann seine erneute Berufung. «Marco hat eine interessante Entwicklung gemacht und gute Perspektiven. In den vergangenen Wochen hat er in der Bundesliga sehr stark gespielt und war auch enorm torgefährlich», bemerkte Löw. Deutschland führt die Qualifikationsgruppe A mit 15 Punkten aus fünf Spielen unangefochten vor Belgien (10), der Türkei (9), Österreich (7), Aserbaidschan (3) und Kasachstan (0) an. Mit weiteren zwei Siegen in Wien und Baku könnte das deutsche Team möglicherweise schon das EM-Ticket vorzeitig lösen. Davor jedoch muss Löw, der sein Aufgebot am 27. Mai in Frankfurt versammelt, vor allem das Terminproblem lösen. Das wichtige Spiel in Wien wird 20 Tage nach Bundesliga-Ende angepfiffen. «Das wissen wir schon ein ganzes Jahr. Darauf muss man sich einstellen und damit auseinandersetzen», sagte Stürmer Mario Gomez zu dem Problem. «Wir haben dieses Jahr länger Urlaub als sonst. Also dürfen wir uns auch da nicht beschweren», ergänzte der Münchner.
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