«Schlussendlich ist diese Niederlage nicht allzu dramatisch, denn es ging nicht um die Qualifikation. Ich kenne das seit vielen, vielen Jahren, dass über den Sinn oder Unsinn der Spiele gesprochen wird», sagte er - und kündigte weitere Experimente an. «Ich sehe 2005, 2007, 2009, 2011 in Testspielen immer mal wieder einen Rückschlag. Das wird auch 2013 oder 2015 so sein, in diesen Zwischenjahren», sagte er. Jahre ohne WM- oder EM-Druck sind für Löw prädestiniert, Zukunftsweichen zu stellen, daran änderte auch der vierte sieglose Test in dieser Saison nichts. Der Bundestrainer will wissen, «welche Spieler schaffen es Richtung Turnier». Gegen Australien konnten nicht viele schon ihre Tauglichkeit demonstrieren. Ein Gewinner des Abends hieß André Schürrle. Der Mainzer bekam für seinen Auftritt von Löw ein Sonderlob - nicht nur weil er das Tor durch Mario Gomez (26. Minute) sehenswert vorbereitete. «Er ist mir sehr positiv aufgefallen. Er hat viele gute Wege gemacht, in hohem Tempo. Er hat auch absolut klasse nach hinten gearbeitet. Seine Leistung war sehr gut», sagte Löw. Schürrle, der Löws liebe Worte etwas verlegen live bei der Pressekonferenz mitbekam, freute sich - und unterstützte mit seiner Einschätzung die Testphilosophie des Bundestrainers. «Es ist ein Riesenerlebnis und ein Meilenstein in der Karriere, die Erfahrung auf so einem Level, gerade gegen die harten Australier zu spielen. Jeder sagt, dass ihm das was gebracht hat», betonte Schürrle. Andere Hoffnungsträger wie die jungen Dortmunder Marcel Schmelzer, Mats Hummels oder Debütant Sven Bender müssen sich demnächst wohl wieder weiter hinten anstellen, wenn Löws «Fußball-Sterne-Köche» Mesut Özil, Sami Khedira oder Philipp Lahm von ihrer Auszeit zurückkehren. Den nach den lauten Pfiffen von Kaiserslautern diesmal nur vereinzelt geäußerten Unmut der Fans kann Löw verstehen. Ändern wird die Zuschauerreaktion seine Linie nicht. «Aber es gibt auch Phasen, da gibt es Alltagskost. Das ist normal, da gibt es auch mal Pfiffe. Ich halte diese Reaktion für völlig normal», sagte Löw. Sensibler reagierte Torschütze Gomez auf die Kritik der Fans - gerade an seiner Person. «Es ist schwierig das abzustreifen. Ich bin topfit, aber im Kopf nicht voll da», sagte der Bayern-Angreifer. «Ich weiß auch nicht, was die Leute veranlasst, mich auszupfeifen.»
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