Was hat Ihnen der Test denn konkret gebracht? Löw: «Ich sehe bei den jungen Spielern sehr viel Gutes, natürlich auch noch Verbesserungspotenzial, das ist klar. Darüber werden wir das nächste Mal sprechen. Das Spiel war auch wichtig in der Weiterentwicklung der Spieler.» Stört Sie die Niederlage denn gar nicht? Löw: «Selbstverständlich hätten wir das Spiel gerne gewonnen. Schlussendlich ist diese Niederlage nicht allzu dramatisch, denn es ging nicht um die Qualifikation. Ich kenne das seit vielen, vielen Jahren, dass über den Sinn oder Unsinn der Spiele gesprochen wird. Ich sehe 2005, 2007, 2009, 2011 in Testspielen immer mal wieder einen Rückschlag. Das wird auch 2013 oder 2015 so sein, in diesen Zwischenjahren. Diese Zwischenjahre sind dazu da, Dinge auszuprobieren, um zu sehen, welche Spieler schaffen es Richtung Turnier.» Bayern-Manager Uli Hoeneß hat die Austragung des Spiels scharf kritisiert. Löw: «Die Termine stehen eh fest. Für uns ist das Spiel so wichtig wie für Vereine das eine oder andere Spiel in der Vorbereitung. Ich glaube nicht, dass das internationale Niveau so hart und ruppig wie es heute war, im Training vorherrscht, wenn man Zehn gegen Zehn spielt.» Trifft Sie die Kritik aus Bayern? Löw: «Ich glaube, wir haben auch mal Freundschaftsspiele absolviert für Bayern München, bei der Stadioneinweihung oder beim Abschiedsspiel von Oliver Kahn. Nächstes Jahr macht Bayern ein Spiel in der EM-Vorbereitung gegen Holland. Da werde ich auch mal fragen, ob das Sinn macht, aber erst im nächsten Jahr.» Der Mainzer André Schürrle zeigte einen guten Auftritt. Löw: «Er ist mir sehr positiv aufgefallen. Er hat viel gute Wege gemacht, in hohem Tempo. Er hat auch absolut klasse nach hinten gearbeitet. Seine Leistung war sehr gut.» In Kaiserslautern gab es kürzlich Pfiffe, wie sehen Sie die Stimmung der Fans? Löw: «Ich verstehe, dass es auch mal Pfiffe geben kann. Aber es ist klar, in diesem Spiel fehlte die Vergabe von drei Punkten, damit fehlte die ganz große Spannung, wie wenn Deutschland gegen die Türkei spielt. Dann erwarten die Leute immer ein Spektakel, das ist klar. Aber es gibt auch Phasen, da gibt es Alltagskost. Das ist normal, da gibt es auch mal Pfiffe. Ich halte diese Reaktion für völlig normal.» Mario Gomez machte trotz seines Tores keinen glücklichen Eindruck. Löw: «Er ist schon zufrieden. Er hat sein Tor gemacht. Das spricht für ihn und seine Torgefährlichkeit. Aber ich muss auch sagen, dass er ein bisschen angeschlagen war, weil ihm einer auf den Fuß getreten ist. Da hat sich die Kapsel verdreht. Das war der Grund, dass ich ihn rausgenommen habe.» Und seine Gefühlslage? Löw: «Er hatte eine Phase in der Nationalmannschaft, da ist vieles nicht gelaufen. Aber jetzt befindet er sich auf dem Weg, dass er in der Nationalmannschaft regelmäßig trifft, und da bin ich mit ihm zufrieden, absolut.»
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