Löws Planspiele: Keine Rücksicht auf EM-Spielplan
Mönchengladbach (dpa) - 29.03.2011, 13:17 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw (M) will seine Auswahl bei der EM 2012 gut untergebracht wissen.
Joachim Löw bastelt weiter kräftig an seinem Kader für die Titelmission 2012, beim DFB laufen derweil hinter den Kulissen schon die logistischen Vorbereitungen auf die Fußball-EM in gut 14 Monaten. «Im April werden wir uns drei Hotels in Polen ansehen. Wir waren auch in der Ukraine, aber die Tendenz geht klar nach Polen», kündigte Teammanager Oliver Bierhoff die schon entscheidende nächste Inspektionsreise für den kommenden Monat an. Die Quartierwahl hat für Löw und seinen Stab im Planungspuzzle allerhöchste Priorität. Und der Bundestrainer bleibt dabei seinen Prinzipien treu. Wie schon bei der EM 2008 und der WM 2010 werden Risiken wie Reisestress oder eventuell brüskierte EM-Gastgeber in Kauf genommen. Das Motto heißt wieder: So wie man sich bettet, so spielt man auch.
Die Suche nach einer adäquaten Herberge mit professionellen Trainingsmöglichkeiten scheint schon wie in Südafrika nicht ganz einfach, als es bis kurz vor Turnierbeginn trotz rechtzeitiger Buchung Probleme um Baugenehmigungen und den Trainingsplatz im Velmoré Hotel bei Pretoria gab. In Polen haben es drei Quartiere in die engere Auswahl geschafft. «Die ganze Infrastruktur muss stimmen, nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für Medien und die DFB-Familie», erläuterte Bierhoff. Das Angebot in der Ukraine war zu begrenzt und erfüllte offenbar gerade diese Zusatzanforderungen nicht. Erst in der Vorwoche hatte die UEFA erneut schleppende Vorbereitungen in dem östlichen EM-Land einräumen müssen. «Polen entwickelt sich gut, in der Ukraine haben wir noch ein paar Probleme», gestand UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino ein. Die EM-Stadien in Kiew - dem Endspielort am 1. Juli 2012 - und Lwiw werden nicht wie eigentlich vorgesehen und gefordert im Juni fertig sein, sondern erst im Oktober. «Ich zähle auf die Versprechungen der Regierung in der Ukraine», sagte Infantino. |