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Italiens Youngster auf den Spuren ihrer WM-Helden

Coverciano (dpa) - 08.02.2011, 14:52 Uhr

Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon ist einer der wenigen Routiniers im Aufgebot.
Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon ist einer der wenigen Routiniers im Aufgebot.

Bei der Fußball-WM 2006 war Italiens Mannschaft auf ihrem absoluten Höhepunkt: Eingespielt, in Topform und selbstsicher. Viereinhalb Jahre später trifft die DFB-Elf in der Neuauflage des WM-Halbfinals 2006 auf eine völlig andere «Squadra Azzurra».

Italiens WM-Helden von 2006 sind fast alle in Rente, ihre jungen Nachfolger kommen ganz bescheiden als Lehrlinge nach Dortmund. Der 2:0-Triumph im WM-Halbfinale gegen die DFB-Elf ist nach dem Absturz des Titelverteidigers in Südafrika nur noch eine tröstliche Erinnerung an glorreiche Zeiten. Italiens Rückkehr nach Dortmund ist für die Youngster wie eine Studienreise mit Geschichtsunterricht.

In Daniele De Rossi und Weltklassetorwart Gianluigi Buffon sind nur noch zwei Fußball-Weltmeister von 2006 im Kader. Juve-Keeper Buffon ist der einzige «Veteran» des Halbfinals, in dem De Rossi gesperrt war. Die Deutschen mögen deshalb auf Revanche sinnen, für den viermaligen Weltmeister ist die Partie nichts anderes als eine Standortbestimmung für sein radikal verjüngtes Team.

Gastgeber Deutschland ist aus Italiens Sicht klarer Favorit. Trainer Cesare Prandelli wäre sicher schon zufrieden, wenn seine in der EM-Qualifikation zwar ungeschlagenen, aber nicht souveränen Talente in Dortmund nicht auseinandergenommen werden. «Ich erwarte ein schweres Spiel», sagte der ehemalige Fiorentina-Coach vor dem Abflug nach Deutschland.

Die DFB-Elf ist für ihn nicht nur Gegner, sondern auch Vorbild. Ihre Verjüngung und ihr kontinuierlicher Weg in die Spitze sei ein gutes Beispiel, betonte Prandelli. Deutschlands Bezwinger von 2006 reisen 2011 als Bewunderer an.


Weil die neue «Squadra Azzurra» erst ganz am Anfang steht, erwarten nicht einmal die «Tifosi» einen Sieg, obwohl Prandelli Mut macht: «Wir sind schon wieder im Aufwind, und in seinen schwierigen Momenten hat Italiens Fußball stets neue Kräfte mobilisiert.»

Dass der 33-jährige Team-Senior Buffon nach seinem Bandscheiben-Vorfall bei der WM erstmals wieder im Tor der «Azzurri» steht, beruhigt den Nachfolger von Marcello Lippi. «Ich bin überglücklich, nicht nur wegen seiner Klasse, sondern auch wegen seiner für das Team wichtigen Begeisterung und Ausstrahlung», erklärte Prandelli.

Der Kapitän ist nach mehr als sechs Monaten Pause aber längst noch nicht in Top-Form - genau so wenig, wie der eigentlich als Spielmacher vorgesehene Antonio Cassano. Lippi hatte das «Enfant Terrible» hartnäckig ignoriert, für Prandelli ist der 28-jährige Stürmer der neue kreative Kopf der «Azzurri».

Im Herbst aber rastete er bei Sampdoria Genua wieder einmal aus, flog raus und konnte wochenlang nicht richtig trainieren. Deshalb hinkt der beim AC Mailand untergekommene Süditaliener derzeit hinterher. Prandelli lässt ihn neben Giampaolo Pazzini stürmen, aber Lazios Stefano Mauri deshalb den anstrengenden Job als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff übernehmen.

Im Mittelfeld bestätigte Prandelli den Deutsch-Italiener Riccardo Montolivo auf der rechten Seite neben Debütant Thiago und Routinier De Rossi. Der Florentiner war bei der WM einer der wenigen Lichtblicke der Italiener. In der Vierer-Abwehrkette rückt Giorgio Chiellini als Nachfolger des legendären Abwehrchefs Fabio Cannavaro diesmal auf die linke Außenposition.

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