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Bayer erst am Ende souverän - Holzhäuser: «Mutig»

Simferopol (dpa) - 27.08.2010, 12:05 Uhr

Leverkusens Eren Derdiyok (l) steigt höher als zwei Spieler von Simferopol.
Leverkusens Eren Derdiyok (l) steigt höher als zwei Spieler von Simferopol.

Jupp Heynckes hat auf der letzten Etappe des bevorstehenden Europa-Trips alles richtig gemacht. Michael Ballack, Stefan Kießling und Sami Hyypiä blieben in Leverkusen, aber Bayers «B-Auswahl» löste das Ticket für die Reise über den Kontinent auch ohne die Stars mit Routine.

Nach der erfüllten Pflichtaufgabe rang sich Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser ein Kompliment in Richtung seines erfahrenen Cheftrainers ab: «Es war natürlich mutig, die besten Spieler rauszulassen.» 3:1 beim ukrainischen Cupsieger Tawrija Simferopol gewonnen, die Gruppenphase der Europa League nach dem 3:0 im Playoff-Hinspiel überlegen erreicht: Die Werkself veredelte mit dem vierten Sieg im vierten Pflichtspiel ihren Saisonstart. Es war vor 10 700 Zuschauern im Lokomotiv-Stadion von Simferopol indes ein hartes Stück Arbeit. «Das war schwierig», befand Bayer-Kapitän Manuel Friedrich.

Erst das 0:1 (5. Minute) durch Tawrijas Nigerianer Lucky Idahor per Handelfmeter brachte die Heynckes-Mannschaft auf höhere Touren. «Simferopol hat vor allem in der ersten Hälfte leidenschaftlich gekämpft», sagte der 65-Jährige über die Vorgehensweise des Gegners, der machtvoll um seine vage Chance des Weiterkommens rang.

Doch spätestens nach Arturo Vidals verwandeltem Strafstoß (52.) und dem Eigentor von Denis Golaydo (74.) wichen Heynckes' anfängliche Sorgen dem wohltuenden Gefühl, nach mehr als zwei Jahren Abstinenz endlich wieder zum festen Bestandteil der Gruppenphase zu gehören und mindestens sechs weitere Auftritte auf internationalem Parkett sicher zu haben. Gonzalo Castro (90.+2) gelang in der Nachspielzeit sogar noch der dritte Treffer. Doch bis zum 1:1 musste die Bayer-Delegation bangen. «So etwas kostet Nerven ohne Ende», kommentierte Holzhäuser die anfängliche Wackelpartie.

Das 3:1 bestätigte die Heynckes-Maßnahme, Profis aus der zweiten Garde auf den Rasen zu schicken. Und denen ließ der Fußball-Lehrer seine Anerkennung zuteilwerden: «Es wäre nicht fair, einen meiner Spieler herauszuheben. Wir haben als Team gut gearbeitet.» Doch er räumte auch ein, «dass wir einige brenzlige Situationen zu überstehen hatten». Sonderlich nervös sei er aber nicht gewesen, so Heynckes. Vier Begegnungen, vier Siege - aktuell ist Heynckes bei seinen Rotationsmaßnahmen unangreifbar.


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