Spaniens Staatsanwaltschaft untersucht Bayern-Spiel
Madrid (dpa) - 02.06.2010, 14:46 Uhr
Bayern-Keeper Oliver Kahn holt 2008 einen Ball aus seinem Tor.
Die für Korruption zuständige Staatsanwaltschaft in Spanien untersucht das UEFA-Pokal-Halbfinal-Rückspiel zwischen Zenit St. Petersburg und dem FC Bayern München im Mai 2008. Es handele sich um Vorermittlungen, teilten Justizquellen der Nachrichtenagentur dpa in Madrid mit. Dabei werde geprüft, ob überhaupt eine Straftat vorliege. Außerdem müsse geklärt werden, ob die spanische Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit zuständig sei und mit Blick auf angebliche Manipulationen formelle Ermittlungen aufnehme. Am 30. April hätten sich Vertreter der UEFA und der Staatsanwaltschaft in Madrid getroffen. Dabei sei es um die «mögliche Verfälschung eines sportlichen Resultats» gegangen, bestätigten die Quellen einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung». Ob es diese Verfälschung tatsächlich gegeben habe, müsse eine entsprechende Untersuchung klären. Da diese vertraulich sei, werde die spanische Staatsanwaltschaft keine weiteren Details nennen. Nach dem Treffen vom 30. April habe es «regelmäßige Kontakte» mit der UEFA gegeben, um bei den Recherchen weiterzukommen, hieß es weiter.
Das Internetportal «www.stern.de» und die Madrider Zeitung «ABC» hatten berichtet, dass die UEFA wegen eines Manipulationsverdachts in der Partie intensiv ermittele. Die UEFA-Pressestelle hatte dagegen am Montag mitgeteilt, dass man «den Fall geprüft und nichts gefunden» habe, «was die UEFA veranlassen würde, ein Disziplinarverfahren in diesem Fall zu eröffnen». Unterdessen kündigte der russische Verein aus St. Petersburg an, sich gemeinsam mit dem deutschen Rekordmeister gegen die Manipulationsvorwürfe zur Wehr setzen zu wollen. «In naher Zukunft wird es eine gemeinsame Erklärung beider Clubs geben», erklärte Zenit-Generaldirektor Maxim Mitrofanow bei einer Fragerunde mit Fans im Vereinsradio. Der Vorwurf sei «kompletter Blödsinn», sagte Mitrofanow weiter. «Wir stehen in engem Kontakt mit den Bayern.» Dazu hieß es jedoch beim FC Bayern: «Wir wissen nichts davon.» |