Kontroverse um Bestechungsvorwurf bei Bayern-Spiel
Nyon/Hamburg (dpa) - 31.05.2010, 18:35 Uhr
Bayern-Keeper Oliver Kahn holt 2008 einen Ball aus seinem Tor.
Das UEFA-Cup-Halbfinal-Rückspiel zwischen St. Petersburg und dem FC Bayern München im Mai 2008 ist wegen angeblicher UEFA-Ermittlungen wieder in den Blickpunkt gerückt. Ein Mitglied der Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union beharrt nach Angaben des Internetportals www.stern.de entgegen der offiziellen Darstellung des Verbandes darauf, dass wegen eines Manipulationsverdachts in der Partie intensiv ermittelt werde. Dass in dieser Angelegenheit nicht mehr ermittelt werde, sei «völlig falsch», sagte das namentlich nicht genannte Kommissionsmitglied laut der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins. Es handele sich um «verdeckte Ermittlungen». Die UEFA-Pressestelle hatte mitgeteilt, dass man «den Fall geprüft und nichts gefunden» habe, «was die UEFA veranlassen würde, ein Disziplinarverfahren in diesem Fall zu eröffnen».
Auch der russische Club hatte die aktuell aufgekommenen Bestechungsvorwürfe zurück. «Das ist absoluter Blödsinn», sagte ein Vereinssprecher. Die Untersuchung sei schon lange abgeschlossen. Er wundere sich, «warum jetzt das Thema wieder hochgekocht wird». Vom FC Bayern war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. stern.de liegt nach eigenen Angaben die Bestätigung für aktuelle Ermittlungen der UEFA auch schriftlich vor. Auf die Frage, ob die UEFA gegen den FC Bayern München wegen Manipulation im Halbfinale des UEFA-Cups 2008 ermittele, habe das Mitglied der Disziplinarkommission am 26. Mai 2010 um 8.53 Uhr geantwortet: «Wir ermitteln rund um behauptete Zahlungen zwecks Spielmanipulation des Halbfinalrückspiels Zenith vs. Bayern. Daraus kann sich eine Ermittlung gegen Funktionäre und Spieler durchaus ergeben.» |