Europa League: Probleme bleiben - UEFA zufrieden
Hamburg (dpa) - 12.05.2010, 10:47 Uhr
UEFA-Präsident Michel Platini (r) besichtigt mit dem HSV-Vorstandsvorsitzenden Hoffmann das Final-Stadion in Hamburg.
Neuer Name, altes Problem: Der von Franz Beckenbauer einst als «Cup der Verlierer» verspottete UEFA-Pokal kämpft auch unter dem Titel Europa League gegen sein staubiges Image. Dabei hatten die Macher der Europäischen Fußball-Union so sehr gehofft, mit Namensänderung und neuem Marketing-Konzept aus dem oft verschmähten Cup endlich ein internationales Hochglanzprodukt geformt zu haben. Doch noch immer sind die Kritiker lauter zu vernehmen als die Fürsprecher. «So ist der Wettbewerb nicht konkurrenzfähig», sagte jüngst Sportvorstand Horst Heldt vom Bundesligisten VfB Stuttgart. Und so steht auch das «Finale zweiter Klasse in Europa» («Kicker») sinnbildlich für die Misere der Miniatur-Ausgabe der Champions League. Atlético Madrid gegen FC Fulham - ein Leckerbissen nur für echte Fans, auch wenn UEFA-Präsident Michel Platini vor dem Anpfiff in Hamburg ein «tolles Finale» prognostizierte.
Die Kritiker monieren vor allem die finanzielle Diskrepanz zwischen Europa und Champions League. Momentan beträgt in der «Königsklasse» allein das Startgeld für die qualifizierten Vereine 3,8 Millionen Euro, in der Europa League ist es mit 600 000 Euro nicht einmal ein Sechstel. Zudem sind die Gagen pro Spiel, die möglichen Prämien und die Erlöse aus dem sogenannten Marktpool der UEFA wesentlich niedriger. Auch die Direktvermarktung mit einheitlichem Ball und Logo sowie die zentral vergebenen TV- und Werberechte sorgten in der Premieren-Saison nicht für Geldregen. Da die deutschen Clubs im kleinen Europapokal ihre Spiele nicht mehr eigenverantwortlich an die TV-Sender verkaufen durften, sind die Einnahmen deutlich geringer geworden - was auch der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg zu spüren bekamen. Erst im Finale wurde es nämlich richtig lukrativ. Zwei Millionen Euro zahlte die UEFA für das Erreichen des Endspiels; für den Sieger gab es eine weitere Million. |