Europa-League-Finale: Aschewolke und andere Sorgen
Hamburg (dpa) - 10.05.2010, 14:48 Uhr
Bobby Zamora schoss auf dem Weg zum Finale der Europa League wichtige Tor für den FC Fulham
Die Spannung ist schon vor dem Anpfiff riesig: Die Vulkan-Aschewolke aus Island lässt die Europa-League-Finalisten Atlético Madrid und FC Fulham sowie tausende ihrer Fußball-Anhänger um die Anreise zum Endspiel in Hamburg bangen. Der spanische Club entschied sich, nachdem viele Flughäfen in Europa schließen mussten, einen Tag früher als geplant die Reise anzutreten. Fulham-Coach Roy Hodgson forderte die Europäische Fußball-Union (UEFA) auf, über eine Verlegung des Finales nachzudenken. Er warnte vor einer mehrstündigen beschwerlichen Anreise per Bus. Dies sei «nicht fair». Hodgsons Team hatte wegen der Aschewolke schon zum Halbfinal-Spiel des UEFA-Cup-Nachfolge-Wettbewerbs beim Hamburger SV eine lange Busfahrt von London verkraften müssen. «Es ist eine sehr schwierige Angelegenheit», sagte der Trainer-Altmeister. Alle Beteiligten würden stark von den Entwicklungen im Luftverkehr abhängig sein.
Am 10. Mai fielen laut der Europäischen Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol in Brüssel noch zahlreiche Flüge in Europa aus, laut den Vorhersagen sollte sich die Wolke vom Atlantik Richtung Spanien bewegen. «Ich hoffe, dass wir ohne größere Probleme nach Hamburg kommen, und dass unsere Fans dort ebenfalls hingelangen», sagte Atlético-Coach Quique Sanchez Flores. «Sie haben uns wundervoll unterstützt und es wäre eine Schande, das Finale ohne sie zu spielen.» 15 000 spanische Anhänger - unter ihnen auch Kronprinz Felipe - werden in der Hansestadt erwartet. Atlético plagen allerdings neben den organisatorischen auch personelle Sorgen. Der 20 Jahre alte Stammtorhüter Sergio Asenjo zog sich im Auswärtsspiel bei Sporting Gijón (1:1) einen Kreuzbandriss zu. Ihn soll der 19-jährige David de Gea vertreten, der nur als Torwart Nummer 3 in die Saison gegangen war. «Ich weiß, dass es ein schwieriges Spiel wird», sagte der Youngster, «und dass eine Menge Arbeit auf mich zukommt.» Die Atlético-Abwehr sei jedoch deutlich gefestigter als noch vor ein paar Monaten. |