Fulham plant trotz Bus-Tortour den großen Coup
Hamburg (dpa) - 21.04.2010, 13:26 Uhr
Fulhams Trainer Roy Hodgson schimpfte über die Anreise mit dem Bus: «Das ist ein Nachteil.»
Der FC Barcelona ist nach langer Bus-Tortour unter die Räder gekommen, der FC Fulham will das nach ähnlich beschwerlicher Anreise unbedingt vermeiden. Einen Tag vor dem ersten Europa-League-Halbfinale gegen den Hamburger SV, traf der englische Fußball-Erstligist in der Hansestadt ein und bezog Quartier in der Hamburger Fünf-Sterne-Herberge Park Hyatt. Wegen des Flugverbots musste das Team eine zweitägige Zug- und Busfahrt über 874 Kilometer via Brüssel und Dortmund mit einer Zwischenübernachtung in Kauf nehmen. Roy Hodgson, Trainer des FC Fulham, hatte trotz der Bequemlichkeiten im Luxusreisebus geschimpft: «Das ist ein Nachteil.» Doch auch die komplizierte Anreise soll das kleine Fulham nicht vom großen Traum des erstmaligen Einzugs in ein europäisches Finale abhalten. «Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Wir haben uns schon sehr gut geschlagen, umso weit zu kommen, und wir werden jetzt nicht nachlassen», verkündete Verteidiger Aaron Hughes, Kapitän der nordirischen Nationalmannschaft. «Die meisten von uns haben nie so etwas Prestigeträchtiges gewonnen. Es wäre eine Riesensache.»
Tatsächlich umweht Fulhams Marsch durch die Europa League der Hauch eines Märchens. 1879 gegründet und damit der älteste der derzeit fünf erstklassigen Londoner Fußballvereine, stand der kleine Club bis vor kurzem im Schatten der namhaften Ortsnachbarn. Noch vor 15 Jahren drohte dem Traditionsverein, dessen altes, aber schmuckes Stadion «Craven Cottage» an der Themse Fußball-Romanik pur atmet, gar der Sturz aus den englischen Profiligen. Die Wende gelang, als der ägyptische Besitzer des Luxus-Kaufhauses Harrods, Mohamed Al Fayed, den Verein als Eigner und Mäzen übernahm. Seit 2001 spielen die «Cottagers», zu deren prominenten Anhängern der Schauspieler Hugh Grant zählt, in der Premier League, mussten aber noch vorletzte Saison bis buchstäblich zur letzten Sekunde um den Klassenerhalt zittern. |