HSV im Zwiespalt: Einsatz stimmt, Ergebnis nicht
Hamburg (dpa) - 02.04.2010, 12:35 Uhr
HSV-Trainer Bruno Labbadia beobachtet das Spiel seiner Mannschaft gegen Lüttich.
Herzblut gezeigt, Moral bewiesen, aber den Befreiungsschlag verpasst. Beim Hamburger SV zeigt der Daumen nach dem 2:1 in der Europa League gegen Standard Lüttich leicht nach oben, doch der hauchdünne Vorsprung steht im Viertelfinal-Rückspiel auf verdammt wackligen Füßen. «Das wird eine ganz enge Kiste», prophezeite Kapitän David Jarolim. «Dort erwartet uns eine höllische Atmosphäre.» Für den in die Schusslinie geratenen Trainer Bruno Labbadia zählt vor allem das Ergebnis. Dennoch hatte er gehofft, «höher gewinnen zu können». Seinen Mannen attestierte der Coach jedoch «viel Selbstvertrauen» nach der blamablen Vorstellung vier Tage zuvor in Mönchengladbach. Der Weckruf zu Wochenbeginn - Club-Chef Bernd Hoffmann hatte die Spieler in einer einstündigen Krisensitzung in die Pflicht genommen - zeitigte Wirkung. Agiler, williger und engagierter präsentierte sich der Bundesliga-Sechste im Vergleich zu vorangegangenen Vorstellungen. «Es hat mich nicht überrascht, dass die Mannschaft Moral gezeigt hat», meinte Labbadia. Stürmer Mladen Petric, der per Elfmeter den Ausgleich erzielt hatte, ergänzte: «Das Gespräch hat dazu beigetragen, dass wir einen anderen HSV gesehen haben.» Ob die Wandlung nachhaltig ist, wird sich zeigen.
Der knappe Sieg gegen den Achten der belgischen Jupiler Pro League ist weder komfortabel noch standesgemäß. «Das wird ein ganz heißer Tanz in Lüttich», versicherte Labbadia. Der 44-Jährige vertraut jedoch ganz auf die Offensiv-Qualitäten seines Teams. «Wir sind immer in der Lage, ein Tor zu erzielen.» Fürwahr: In Eindhoven schafften die Hamburger zwei, in Anderlecht gar drei. In erster Linie verantwortlich dafür ist Ruud van Nistelrooy, der gegen Lüttich den Ball einmal ins Netz und einmal an den Pfosten jagte. Allmählich hat der Niederländer Betriebstemperatur im HSV-Dress erreicht: zehn Pflichtspiele, fünf Tore. Das beeindruckte Lüttichs Trainer Domenico D'Onofrio so sehr, dass er sich das Trikot von «Van the Man» sicherte und es stolz präsentierte. Ein Gewinn ist Jonathan Pitroipa. Als Ersatz für den verletzten Marcell Jansen auf der linken Außenbahn kurbelte der flinke Mann aus Burkina Faso das Angriffsspiel immer wieder an. «Das hat er sehr gut gemacht», lobte Labbadia den Nationalspieler. Der Afrikaner sieht nun bessere Tage auf sich zukommen, nachdem er schon Abwanderungspläne geschmiedet hatte, weil er nicht über die Rolle des Einwechslers hinausgekommen war. «Ich habe sehr gut gespielt», befand Pitroipa.
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