VfL Wolfsburg bereit für großen Wurf in Europa
19.03.2010, 12:12 Uhr
Torschütze Christian Gentner (r) und Edin Dzeko jubeln nach dem entscheidenden Treffer.
Wolfsburg (dpa) - Nach der rauschenden Europapokal-Nacht stieg das Selbstvertrauen ins Unermessliche. Der VfL Wolfsburg fühlt sich nach dem hart erkämpften Viertelfinaleinzug in der Fußball-Europa-League gegen den starken russischen Meister Rubin Kasan gerüstet für den ganz großen Wurf. «Wir sind der deutsche Meister und müssen uns vor niemandem verstecken», tönte Christian Gentner, der den gleichermaßen erlösenden wie verdienten 2:1-Siegtreffer eine Minute vor dem Ende der Verlängerung erzielte und den VfL erstmals in seiner Geschichte in das Viertelfinale eines Europapokals schoss. «Das ist für den Verein ein riesiger, einzigartiger Erfolg», sagte Gentner. Doch dabei soll es für die derzeit sowohl in der Liga als auch in Europa brillanten «Wölfe» nicht bleiben. Der VfL ist fest entschlossen, den aktuellen Lauf von acht Pflichtspielen ohne Niederlage zu nutzen, um eine scheinbar schon verkorkste Saison doch noch zu krönen. «Wir wollen auch die nächste Runde meistern. Der Europapokal-Sieg ist höher anzusiedeln als der fünfte Platz in der Liga», sagte Gentner über die Möglichkeiten in dieser Spielzeit.
Obwohl nur 15 412 Zuschauer in die VW-Arena gekommen waren, ist die Europapokal-Euphorie in Wolfsburg endgültig entfacht. «Jetzt im Viertelfinale der Europa League zu stehen, ist ein Traum», bekannte Torjäger Edin Dzeko. Emotional noch merklich aufgeladen drückte sich Ashkan Dejagah aus: «Das ist einfach geil und fast unglaublich, dass wir das Spiel noch gedreht haben.» Nach der überraschenden Führung Kasans durch Alan Kasajew (21.) stand der VfL nach dem 1:1 im Hinspiel vor einer Herkules-Aufgabe gegen die bärenstarken Tataren. Doch in der zweiten Hälfte kam mit dem eingewechselten Obafemi Martins die Wende. Der Nigerianer besorgte den Ausgleich mit seinem ersten Europapokaltreffer für den VfL (58.) selbst und bereitete Gentners Siegtreffer (119.) vor. Mit Qualität und viel Kampf hatte Wolfsburg Rubin verdient niedergerungen, aber auch Substanz gelassen. «Das Spiel hat sehr viel Kraft gekostet», bekannte Gentner.
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