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«Tag der offenen Tür» beim HSV - Trotzdem weiter

Brüssel (dpa) - 19.03.2010, 10:59 Uhr

Licht und Schatten lagen beim Hamburger Torschützen Jerome Boateng dicht beieinander.
Licht und Schatten lagen beim Hamburger Torschützen Jerome Boateng dicht beieinander.

Der Hamburger SV wird zur Schießbude. Erst vier Gegentore bei Bayer Leverkusen (2:4), dann nochmals ein Viererpack beim RSC Anderlecht (3:4) - die Hanseaten scheinen Gefallen am «Tag der offenen Tür» gefunden zu haben.

Wäre da nicht die Freude über den Einzug ins Viertelfinale der Fußball-Europa-League, das in der Summe mit einem 6:5 gegen Belgiens Rekordmeister Anderlecht erzittert wurde, so müssten sich Mannschaft und Trainer vor Seelenpein in den Schlaf weinen. Was die Hamburger derzeit vor allem in der Defensive bieten, verdient schlichtweg das Prädikat ungenügend.

«Wir wollen im Viertelfinale zeigen, dass wir zur europäischen Spitze gehören», beteuerte Jerome Boateng, der den HSV in Führung gebracht hatte (42. Minute), mit einem unnötigen Foul an der rechten Strafraumgrenze aber umgehend einen Elfmeter verschuldete (45.). In Anderlecht sind die Hamburger diesen Nachweis schuldig geblieben. «Das war kein gutes Spiel von mir», räumte der Abwehrakteur ein. Wegen einer Knieprellung und eines drohenden Platzverweises wurde er vorzeitig vom Platz geholt. «Er ist nicht im Rhythmus. Er hat nie drei Spiele am Stück», entschuldigte Trainer Bruno Labbadia die Aussetzer des diesmal auf der linken Position in der Viererkette aufgebotenen Nationalspielers.

Labbadia erlebt auf der Trainerbank zurzeit ein Déja-vù nach dem anderen. In der Abwehrreihe, die er nahezu jede Woche wegen Verletzungsproblemen und Formschwächen umbaut, stimmt es nicht. Ob Tomas Rincon, Guy Demel, David Rozehnal, Joris Mathijsen, Denis Aogo, Marcell Jansen oder Jerome Boateng - es holpert irgendwie immer. «Von der Ordnung war es gut, aber das Zweikampfverhalten war ein Manko», resümierte Labbadia das Gastspiel beim RSC Anderlecht und monierte, seine Hintermannschaft sei kurz vor der Halbzeit in «einen Tiefschlaf» verfallen.

«Verbesserungen gehen nicht von heute auf morgen. Wir tun gut daran, nicht nur unsere Schwächen zu sehen, sondern auch unsere Stärken», erklärte der Coach. Für Erleichterung hatte der 3:4- Anschlusstreffer von Mladen Petric (75.) gesorgt, der dem RSC die letzte Hoffnung nahm. Das zwischenzeitliche 2:2 ging auf das Konto von Nationalspieler Jansen (54.).

Der Vereinsvorsitzende Bernd Hoffmann war eigens aus dem Urlaub nach Brüssel gereist, um den Auftritt seiner Mannen zu verfolgen. «Wir haben am Ende gewonnen. Da haben also alle alles richtig gemacht», lautete seine Analyse. Das Unternehmen «Finale im eigenen Stadion am 12. Mai» geht weiter. «Am Ende zählt nur das Viertelfinale. Übermorgen redet niemand mehr davon, wie wir in die nächste Runde eingezogen sind.»


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