Unter Coach Lorenz-Günther Köstner baute der VfL seine jüngste Serie auf acht Spiele ohne Niederlage aus. Dabei folgte den vollmundigen Ankündigungen der erstarkten «Wölfe» früh die Ernüchterung. Ein Fehler von Torwart Marwin Hitz ermöglichte den Gästen die Führung. Der 22 Jahre alte Schweizer sah bei Kasajews Schuss in die kurze Ecke unglücklich aus. Obwohl der VfL in den ersten 45 Minuten optisch überlegen war, fanden die Gastgeber kaum ein Mittel gegen die defensiv gut organisierten Russen. Die Wolfsburger versuchten, Tempo und Rhythmus zu diktieren, waren in der Offensive aber oft zu einfallslos. Köstners überraschende Maßnahme, Ashkan Dejagah im Angriff anstelle von Obafemi Martins aufzubieten, erwies sich zunächst als Fehlgriff. Erst nach dem Wechsel schickte Köstner den Nigerianer Martins aufs Feld. Ohne den immer noch angeschlagenen Torjäger Grafite agierten nun Dzeko und Martins in der Spitze, Dejagah im Mittelfeld - und das Wolfsburger Angriffsspiel wurde lebhafter. Weil nach dem 1:1 durch Martins auch Kasan seine Zurückhaltung ablegte, entwickelte sich eine unterhaltsame Partie. Es ging munter hin und her: Hasan Kabze (56.) schoss über das VfL-Tor, Dzeko scheiterte am Gäste-Schlussmann Sergej Ryschikow (63.), Hitz war gegen Bucharow zur Stelle (64.); Martins (66.) und Marcel Schäfer (69.) fanden in Ryschikow ihren Meister. In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst scheiterte Martins am russischen Torwart. Nur wenige Sekunden später hielt Ryschikow auch gegen Zvjezdan Misimovic und Dzeko drückte den Nachschuss über die Linie - doch die schwedischen Unparteiischen wollten zuvor eine Abseitsstellung Dzekos erkannt haben.
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