Wenn es um Titel und Pokale geht, kennen die Niederländer im Trikot des Hamburger SV keine Verwandten.
Joris Mathijsen, Eljero Elia und Ruud van Nistelrooy wollen ihre Landsleute vom PSV Eindhoven, die am 18. Februar in der Fußball-Europa-League in Hamburg aufkreuzen, aus dem Wettbewerb katapultieren. Schließlich soll der HSV-Traum von der Finalteilnahme am 12. Mai im eigenen Stadion Realität werden.
Insbesondere Torjäger van Nistelrooy ist vor dem Hinspiel im Sechzehntelfinale in Hochstimmung. Erst die beiden Tore binnen 90 Sekunden gegen den VfB Stuttgart, jetzt das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Club aus der Heimat, für den er drei Jahre (1998 bis 2001) gespielt hat. «Das sind Sachen, die man sich nicht ausdenken kann, die passieren einfach. Das ist eine besondere Lage», sagte der Top- Stürmer bei der eigens für ihn einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch, um vor allem den zahlreich angereisten niederländischen Journalisten sein Befinden zu erläutern. Für van Nistelrooy sind die Spiele gegen den PSV ein Gradmesser: «Sie werden zeigen, wo wir stehen.»
Ob der von Real Madrid geholte Ausnahme-Fußballer in der Start-Elf stehen wird, ist ungewiss. «Vielleicht kann ich 60 Minuten spielen», sagte der 33-Jährige. Nach überstandener Muskelverletzung muss van Nistelrooy zunächst seine Akkus aufladen. «Wir haben einen Plan gemacht, damit ich so schnell wie möglich fit werde, und den halten wir ein.» Verzichten muss der HSV auf Elia, der über Schmerzen im Knöchel klagt. Dagegen steht Zé Roberto nach dreimonatiger Verletzungspause wieder zur Verfügung. «Ich bin fit. Ich kann spielen», versicherte der Brasilianer.
In der Euphorie um «Van Gol», wie van Nistelrooy in Spanien hieß, geht zum Leidwesen von HSV-Trainer Bruno Labbadia die Wahrnehmung des HSV-Rivalen ein wenig unter. Der PSV Eindhoven reist als unbesiegter Tabellenführer der niederländischen Ehrendivision nach Hamburg. Seit 30 Meisterschaftsspielen (25 Siege, 5 Remis) ist der 21-fache niederländische Titelträger ohne Niederlage. Letztmals in der Ehrendivision verloren haben die Schützlinge des früheren Schalke-Trainers Fred Rutten am 15. März vergangenen Jahres. «Eindhoven ist eine absolute Top-Mannschaft», meint Labbadia.
Doch auch der PSV soll den Aufwärtstrend des HSV in Europa nicht stoppen. Vor sieben Jahren noch auf Platz 98 der Europa-Rangliste, stehen die Hanseaten jetzt auf Rang 14. Damit es weiter Richtung Spitze geht, hat der Verein von 1. August an Urs Siegenthaler als Sportlichen Leiter unter Vertrag genommen. Der Schweizer, ein exzellenter Analytiker mit besten Kontakten auf dem Spielermarkt, soll laut Labbadia «talentierte und fertige Spieler suchen» und eine einheitliche Spielphilosophie in den Jugendbereich des Vereins tragen.