Werders sechster Anlauf in den Niederlanden
Enschede (dpa) - 17.02.2010, 18:47 Uhr
Thomas Schaaf hat eine hohe Meinung von Enschede.
Im sechsten Anlauf will Werder Bremen erstmals ein Europapokal-Spiel in den Niederlanden gewinnen. Nach vier Niederlagen und einem Unentschieden hat der Fußball-Bundesligist am 18. Februar im Hinspiel der Europa League bei Twente Enschede die Chance, die Statistik aufzubessern und den Weg ins Achtelfinale zu bereiten. Enschede sieht sich selbst als Außenseiter, doch Werder-Trainer Thomas Schaaf warnte vor der Busfahrt ins Nachbarland: «Auch wenn Enschede nicht den ganz großen Namen hat, müssen wir sehr gut drauf sein, um gegen das Team zu bestehen.» Nicht nur wegen der schlechten Bilanz bei niederländischen Teams ist Werder gewarnt. «Twente zu unterschätzen, wäre ein Fehler», sagte Bremens Mittelfeldspieler Peter Niemeyer, der mehrere Jahre für Enschede gespielt hat. «Für viele ist das ein Duell David gegen Goliath. Ich sehe das nicht so», sagte er. «Twente zählt zu den niederländischen Spitzenteams.» Die vom Engländer Steve McClaren trainierte Mannschaft ist derzeit die Nummer zwei in der Ehrendivision. Zuletzt hatte Twente zweimal nacheinander die Qualifikation für die Champions League geschafft.
Die Bremer wollen kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze im Stadion «De Grolsch Veste» ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Nach der zwischenzeitlichen Krise mit sieben sieglosen Bundesligapartien feierte Werder jüngst drei Pflichtspiel-Siege. «Wir sind inzwischen wieder bereit, den Gegner zunächst niederzukämpfen«, sagte Kapitän Torsten Frings: «Erst kommt der Kampf, bevor wir unsere spielerische Überlegenheit ausspielen.» Spielen kann auch Nationalspieler Aaron Hunt. «Er ist dabei», sagte Schaaf in Enschede. «Es ist nicht so schlimm wie zunächst befürchtet», kommentierte der Coach die Verletzung des Fußballprofis. Hunt hatte am Vortag das Training wegen einer Knöchelverletzung abgebrochen. Werder kann gegen Enschede mit der gleichen Mannschaft beginnen, die zuletzt in Hannover gewonnen hatte. |
Aufpassen müssen die Bremer vor allem auf Spielmacher Kenneth Perez und Stürmer Blaise N'Kufo. Der Schweizer Nationalspieler, der in der Bundesliga bei Mainz 05 und Hannover 96 spielte, hat sich zu einem echten Torjäger entwickelt. «Sie sind insgesamt gut besetzt, schalten sehr gut um und haben auch bewiesen, dass sie defensiv sehr gute Arbeit leisten», lobte Schaaf das Twente-Team. «Wir dürfen ihnen keine Räume bieten und müssen versuchen, ihre Offensivkraft nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.» International hat sich Twente mit dem Toreschießen zurückgehalten, überstand die Gruppenphase mit nur fünf Treffern. Weniger erzielte kein anderes Team der K.o.-Runde. Die meisten Tore in der Gruppenphase verbuchte: Werder Bremen (17). Die voraussichtlichen Aufstellungen: Twente Enschede: Boschker - Tiendalli, Douglas, Stam, Wisgerhof - Brama, Perez, Janssen - Ruiz, N'Kufo, Stoch Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Niemeyer, Frings - Marin, Özil, Hunt - Pizarro Schiedsrichter: Cardoso Cortez Batista (Portugal)
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