Starker Rost als Qualitätsgarant - HSV schwächelt
Hamburg (dpa) - 06.11.2009, 13:08 Uhr
Der Hamburger Torwart Frank Rost bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans.
In Topform bügelt Frank Rost derzeit die Fehler der Defensivabteilung des Hamburger SV aus, auf Dauer kann der 36-Jährige die Unsicherheiten der Mitspieler aber nicht überdecken. Nach sechs Gegentoren in den letzten beiden Bundesliga-Partien stand beim torlosen Remis gegen Celtic Glasgow in der Europa League zwar die Null. Wirklich überzeugend war die Organisation der Viererkette, in der nach Jerome Boateng auch kurzfristig Guy Demel ausfiel, aber nicht. «Ich bin zufrieden, dass wir zu Null gespielt haben», sagte HSV-Kapitän David Jarolim. . Nach dem Sturmproblem gehen dem HSV nun auch die Verteidiger aus. Zwar machte der Venezolaner Tomas Rincon keine gravierenden Fehler, auf der rechten Abwehrseite konnte er zusammen mit dem noch nicht auf Topniveau spielenden David Rozehnal aber nicht viel ausrichten gegen die Celtic-Angreifer. Nach den Ausfällen von Alex Silva und Collin Benjamin ist die Personaldecke an der Elbe zu dünn. Und Rincon, der bis zum Jahresende ausgeliehen ist, wird in der Rückrunde nicht mehr in Hamburg sein. «So ein Verletzungspech habe ich noch nie erlebt», beklagte sich Abwehrchef Joris Mathijsen.
Viel zu dünn ist auch die Besetzung im Sturm, wo Marcus Berg nach zuletzt positiven Ansätzen ein Armutszeugnis ablegte. Der 23 Jahre alte Schwede braucht die Pässe genau auf seinen Kopf oder Fuß - ein wenig Bewegung in die richtige Position könnte aber nicht schaden. Die Laufwege scheint Berg noch nicht verinnerlicht zu haben. Und Aushilfsstürmer Jonathan Pitroipa ist zwar extrem engagiert, das Tor trifft er aber auch nicht. «Vor dem Tor müssen wir abgezockter sein», fordert Jarolim, der in der zweiten Halbzeit ebenfalls mit einem ängstlich getretenen Schuss eine Großchance vergab. Trainer Bruno Labbadia, der sich nach dem Punkt gegen Celtic und der Aussicht, bei einem Sieg gegen Rapid Wien im Heimspiel am 2. Dezember die K.o.- Runde erreicht zu haben, ganz moderat gab, hatte aber eins zu bemängeln: Die Durchschlagskraft. In Einzelgesprächen baut der ehemalige Stürmer seine Offensivkräfte seit Wochen auf und lässt kaum Kritik von außen an sie ran. Bis zum Winter durchhalten, heißt die Devise von Labbadia, der vor allem auf eine Rückkehr von Mladen Petric hofft. Die Heilung seines verletzten Bänderrisses im Fuß macht Fortschritte, zur Rückrunde soll er wieder der Alte sein. Doch allein auf den Kroaten zu setzen, wäre fahrlässig. Angeblich soll eine Rückkehr von Rafael van der Vaart von Real Madrid noch nicht vom Tisch sein. Doch da kommt es auf den Preis an, den die Spanier verlangen. Der Niederländer ist zwar kein Stürmer, kann aber das Offensivspiel beleben und dem Spiel seinen Stempel aufdrücken.
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