Wichniarek bricht den Bann: Hertha siegt 3:2
Heerenveen (dpa) - 05.11.2009, 21:28 Uhr
Der Berliner Artur Wichniarek (r) erzielt das 3:2 gegen Goran Popov.
Ausgerechnet Sorgenkind Artur Wichniarek hat den Knoten zerschlagen und Hertha BSC nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg das lang ersehnte Erfolgserlebnis beschert. Der bisherige Null-Tore-Stürmer erzielte beim niederländischen Ehrendivisionär SC Heerenveen in der ersten Minute der Nachspielzeit das bei den Berlinern umjubelte 3:2 (1:2). Es war der erste Sieg des Bundesliga-Schlusslichts seit zehn Wochen. «Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt, ist hohes Risiko gegangen und wurde am Ende belohnt», erklärte ein erleichterter Friedhelm Funkel, der nach einem Monat auch seinen ersten Erfolg als Berliner Coach feiern durfte. Sein Team stellte sich in der vierten Runde der Europa League vor allem in der Offensive stark verbessert vor. Neben Wichniarek wurde Doppeltorschützen Walerij Domowtschijski zum Matchwinner. Mit nun vier Punkten hat Hertha nach vier Runden alle Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde.
Der ehemaliger Leverkusener und Cottbuser Michal Papadopulos hatte mit zwei Toren vor der Pause (4. und 36.) zunächst das katastrophale Abwehrverhalten der Berliner bestraft. Der erste Doppelpack des jungen Bulgaren Domowtschijski, jeweils vorbereitet von Wichniarek (21., 52.), sorgte für Hoffnung. Und nach Zuspiel von Domowtschijski machte Wichniarek vor rund 20 000 Zuschauern den verdienten Berliner «Dreier» perfekt (90.+1). «Wir haben nicht nur gekämpft, sondern uns auch Torchancen erarbeitet», betonte Cheftrainer Funkel. Das Spiel im Abe-Lenstra-Stadion von Heerenveen begann für Hertha so katastrophal, wie die letzten Auftritten geendet hatten. Schon bei der ersten Standard-Aktion der Gastgeber, einem Eckball des Argentiniers Hernan Losado, fiel die komplette Berliner Defensive in den Tiefschlaf. Der Tscheche Papadopulos traf vor Maximilian Nicu zur frühen Heerenveen-Führung. Besonders Marc Stein wurde auf der rechten Seite von Oussama Assaidi lange Zeit schwindlig gespielt. Eine Eingabe des jungen Niederländers verwertete Papadopulos per Kopf. «Die Mannschaft hat sich durch die Gegentore aber nicht aus dem Konzept bringen lassen und ist belohnt worden», bilanzierte Funkel. |