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Schuss vor Werder-Bug - «zu viel Lob schadet»

Wien (dpa) - 23.10.2009, 11:22 Uhr

Ortlechner (r) und Bremens zweifacher Torschütze Pizarro springen zum Kopfball.
Ortlechner (r) und Bremens zweifacher Torschütze Pizarro springen zum Kopfball.

Werder Bremen hat einen Schuss vor den Bug erhalten. Zwar überstanden die hoch eingeschätzten Hanseaten mit dem 2:2 (1:0) bei Austria Wien auch das 14. Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage, doch die Enttäuschung über die ersten verlorenen Punkte in der Europa League war groß.

«Ich dachte, wir hätten einen Schritt nach vorn gemacht. Doch zu viel Lob ist manchmal nicht gut», kommentierte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs das «sehr, sehr ärgerliche» Remis, das für den Fußball-Bundesligaclub auch eine Warnung ist. Mit breiter Brust waren die Bremer nach Wien gereist, führten durch zwei Treffer ihres Torjägers Claudio Pizarro (19./63.) bereits 2:0, ehe sie den schon sicher geglaubten Sieg völlig unnötig aus der Hand gaben. Das teilweise überhebliche Auftreten seiner Profis missfiel auch Thomas Schaaf. «In der ersten Halbzeit hätten wir noch mehr Tore erzielen müssen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann den Schritt nicht mehr gemacht, sind zurückgegangen, waren zu passiv, und haben damit Austria Mut gemacht», analysierte der Werder-Trainer.

«Wir haben nach der Pause nachgelassen. Das darf man sich nicht erlauben», erkannte Spielmacher Mesut Özil. Auch Torgarant Pizarro, der seine Treffer fünf und sechs in der Europa League erzielte, konnte sich nicht richtig über seinen Doppelpack freuen. «Am Schluss waren wir unkonzentriert», sagte der treffsichere Stürmer, der die Schnitzer der Austria-Abwehr eiskalt ausnutzte. Aber auch die Bremer Abwehr, zuletzt das Prunkstück in der Bundesliga, patzte mehrmals und erlaubte dem Wiener Traditionsclub späte Gegentore durch Emin Sulimani (73.) und dem Brasilianer Schumacher (87.).

«Wir haben unser Tor nicht mehr so verteidigt wie in den letzten Wochen. Vielleicht haben wir gedacht, alles läuft immer so weiter. Es ist ganz gut, dass uns das die Augen geöffnet hat», sagte Verteidiger Clemens Fritz. Er hatte vor dem Ausgleichstor das Kopfballduell gegen Schumacher verloren. Torhüter Tim Wiese («Ich weiß nicht, warum wir nicht von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft haben») wollte trotz der beiden Gegentore nicht alles verdammen. «Das 2:2 ist kein Weltuntergang», sagte Wiese.

Die Zwischenrunde haben die Bremer als Tabellenführer der Gruppe L mit sieben Punkten weiterhin klar im Visier. Bereits in zwei Wochen kann im Rückspiel gegen die kampfstarke Austria alles klar gemacht werden. «Ich gehe immer noch fest davon aus, dass wir uns qualifizieren», sagte Allofs. Auch Trainer Schaaf wollte nicht zu sehr der verpassten Gelegenheit hinterhertrauern: «Wir haben eine gute Situation nicht wahrgenommen. Jetzt müssen wir zusehen, dass wir am Sonntag wieder gut drauf sind in Bochum.»


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