Über Asien nach Europa - Schaaf: «Hellwach sein»
Bremen (dpa) - 26.08.2009, 12:39 Uhr
Werder-Trainer Thomas Schaaf (l) setzt im Spiel in Aktobe auf Claudio Pizarro (r).
Für den letzten Schritt in die Europa League muss Werder Bremen rund 4000 Kilometer nach Asien fliegen. Das Qualifikations-Rückspiel bei FK Aktobe in Kasachstan ist für den DFB-Pokalsieger eine Abenteuerreise in ein unbekanntes Land. An ein Scheitern beim Fußball-Nobody denken die Bundesliga-Profis aber nicht. «Das 6:3 aus dem Hinspiel ist eigentlich ein sicheres Polster. Da dürfte nichts passieren», sagte Nationalspieler Marko Marin vor dem Abflug nach Aktobe, wo am 27. August 13 500 Fans im ausverkauften Zentralstadion auf eine Sensation hoffen. «Wir müssen hellwach sein», warnte Werder-Trainer Thomas Schaaf in der ihm eigenen Art vor Überheblichkeit. Die drei Gegentore im Hinspiel sind ihm und Geschäftsführer Klaus Allofs sauer aufgestoßen. «Aktobe spielt einen guten Fußball. Die Spielweise erinnert mich an die früheren Teams aus der UdSSR, laufstark und technisch gut ausgebildet», sagte Schaaf. Er appellierte an sein Team, von Beginn an die Initiative zu übernehmen: «Wenn man sie beschäftigt, dann kriegt man seine Chancen.»
Neben Marin und Mesut Özil sollen vor allem Torjäger Claudio Pizarro und Aaron Hunt die Abwehr des kasachischen Meisters unter Druck setzen. Hunt, der zuletzt über Schmerzen im rechten Zeh klagte, signalisierte Grünes Licht für einen Einsatz. Er dürfte der zweite Stürmer neben dem gesetzten Pizarro sein, zumal der Portugiese Hugo Almeida (Fuß in Gips) die lange Reise nach Zentralasien nicht mitmachen kann. Als dritter Stürmer steht Marcelo Moreno zur Verfügung. Verteidiger Sebastian Prödl (Knieoperation) blieb zu Hause. Die Bremer rechnen mit einer starken Anfangsoffensive der Gastgeber. «Die werden die ersten 20 Minuten richtig Druck machen», vermutet Mittelfeldspieler Tim Borowski. Der Meister aus Kasachstan, das geografisch zu 95 Prozent zu Asien gehört, im Fußball aber Mitglied des europäischen Verbandes UEFA ist, bewies bei der gelungenen Generalprobe auch Stehvermögen. Beim 6:1 im Punktspiel gegen FC Petropawlowsk erzielte das Team von Trainer Wladimir Muchanow fünf Tore in der zweiten Halbzeit. |