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Werder-Boss trotz Schützenfest sauer

Bremen (dpa) - 21.08.2009, 11:16 Uhr

Die Werder-Spieler bejubeln den Treffer zum 4:2.
Die Werder-Spieler bejubeln den Treffer zum 4:2.

Sechs Tore konnten Klaus Allofs nicht glücklich machen. Der ehemalige Stürmer musste sich trotz des Schützenfestes zusammenreißen, seinen Ärger nicht noch deutlicher zu zeigen.

Die Gegentreffer bei Werder Bremens 6:3 (3:2) im Hinspiel der Europa-League-Qualifikation gegen den kasachischen Außenseiter FK Aktobe hatten dem Clubchef die Stimmung verdorben. «Das ist vielleicht für die Zuschauer schön», grantelte Allofs, aber «ich fand es überhaupt nicht toll». Tim Borowoski nannte es passend ein «vogelwildes Spiel».

Es waren die fast schon traditionellen Nachlässigkeiten, die Werders Vorstandsvorsitzendem den unterhaltsamen Abend verdarben und die Freude, dass sein Team so gut wie weiter ist. Dass es so zu einem Rekordspiel - Werders Heimpartie mit den meisten Toren in einem internationalen Wettbewerb - wurde, interessierte Allofs verständlicherweise nicht. Denn drei Gegentreffer gegen einen Kontrahenten auf oberem Zweitliga-Niveau machten die Bremer Schwächen im Defensivverhalten erneut deutlich. «So fehlerhaft darf man nicht spielen», sagte Allofs und drückte seinen Kritik in einer Schulnote aus: «Das war keine ausreichende Leistung.»

Vielen Zuschauern ging es ähnlich. Sie freuten sich über die Tore des starken Mesut Özil (36./67. Foulelfmeter) sowie von Sebastian Boenisch (17.), Naldo (36./65.) und Hugo Almeida (60.). Doch sie wunderten sich, wie viel Hilfestellung die Bremer dem Nobody-Team aus Kasachstan gaben bei den Treffern von Sergej Strukow (21./32.) und Samat Smakow (87.). «Einen so laufen zu lassen, das darf man auf diesem Niveau nicht», kritisierte Allofs exemplarisch den ersten Gegentreffer: «Das darf man nicht mal im Training, geschweige denn bei einem internationalen Spiel.»

Gemeint war vor allem Clemens Fritz. Der Rechtsverteidiger erwies sich wie sein linkes Pendant Sebastian Boenisch erneut als größter Risikofaktor im Bremer Spiel. Über Außen ist Werder viel zu anfällig, lässt sich zu leicht ausspielen. «Mönchengladbach dürfen wir nicht so viel Raum geben», sagte Trainer Thomas Schaaf mit Blick auf das nächste Bundesligaspiel.

Die Ursache für das lasche Abwehrverhalten war offensichtlich. Kapitän Torsten Frings fasste es in Worte: «Es kann sein, dass wir die Kasachen nicht immer zu 100 Prozent ernst genommen haben.» Dieses Problem dürfte gegen Mönchengladbach kaum auftreten, denn der Gast hat im Gegensatz zu den noch sieglosen Bremern einen guten Start in die Liga erwischt.


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