Bratislava (dpa) - 31.07.2009, 14:32 Uhr
Mehr als 200 kroatische Fußball-Rowdys sind in der Slowakei nach schweren Ausschreitungen am Rande des Qualifikationsspiels der Europa League zwischen MSK Zilina und Hajduk Split (1:1) festgenommen worden.
219 von ihnen wurde mit einem fünfjährigen Einreiseverbot in die Europäische Union belegt. Wie die regionale Polizeidirektion Zilina bilanzierte, seien 52 verletzte Polizisten und 18 ausländische Fußballfans in Krankenhäusern behandelt worden. Mehrere Dutzend Fans hätten Blessuren erlitten, die keine Behandlung im Krankenhaus erforderten und daher nicht exakt gezählt werden könnten, so ein Polizeisprecher.
Zu den Ausschreitungen war es nach Polizeiangaben vor allem außerhalb des Stadions gekommen. Rund 500 Fans von Hajduk Split, darunter viele, die wegen früherer Ausschreitungen bereits mit einem europaweiten Stadionverbot belegt waren, randalierten in der nordslowakischen Stadt Zilina schon auf dem Weg zum Stadion. Laut Polizei schlugen sie in der Innenstadt Schaufenster ein, attackierten Passanten und bewarfen die zu ihrer Überwachung abkommandierten Polizisten mit Steinen und anderen Gegenständen.
Nach Aussage des stellvertretenden Polizeipräsidenten Stanislav Jankovic sei der Polizeieinsatz aufgrund der Zahl der Festnahmen der mit Abstand größte gewesen, der jemals in der Slowakei erfolgte. Bei den insgesamt 230 Festgenommenen habe es sich um 221 kroatische, fünf slowenische, drei österreichische und einen belgischen Staatsbürger gehandelt.
Der slowakische Polizeipräsident Jan Packa hatte angekündigt, die Polizei werde in Zukunft nicht mehr auf Staatskosten für Ordnung bei Fußballspielen sorgen. Vom 1. September an müssten die Clubs selbst für alle Kosten der Polizeiüberwachung aufkommen oder ihre Spiele ohne Publikum veranstalten, hatte Packa erklärt.