Revolution: 5 Schiedsrichter in Europa League
Nassau (dpa) - 01.06.2009, 12:04 Uhr
Joseph Blatter spricht in Nassau auf einer Pressekonferenz.
Mit einem revolutionären Schiedsrichter-Experiment hat FIFA-Präsident Joseph Blatter wieder einmal für eine Regel-Überraschung gesorgt und der Einführung von Torrichtern den Weg bereitet. Gleich in der Premieren-Saison der Europa League werden in der kommenden Spielzeit zwei weitere Schiedsrichter-Gehilfen eingesetzt und die Anzahl der Referees damit auf fünf erhöht. Umstrittene Wembley-Tore sollen damit der Vergangenheit angehören. Bundestrainer Joachim Löw begrüßte in einer ersten Reaktion die Regel-Initiative der höchsten Fußball-Administratoren. «Ich denke, dass dadurch einige Fehlentscheidungen vermieden werden können. Es gibt immer wieder fragliche Situationen, vor allem vor dem Tor», sagte der DFB-Chefcoach. Die Zusatz-Assistenten sollen hinter den Toren stehen und vornehmlich das Geschehen im Strafraum im Auge haben. Dabei können sie per Head-Set mit dem Haupt-Schiedsrichter kommunizieren. Knifflige Tor-Entscheidungen sollen somit besser gelöst werden. Die Europäische Fußball-Union UEFA habe ihre Zustimmung für den Testlauf gegeben, teilte Blatter nach der FIFA-Exekutivkomiteesitzung in Nassau auf den Bahamas mit. UEFA-Präsident Michel Platini gilt als Initiator der Torschiedsrichter-Idee.
Ausdrücklich begrüßt wurde der Testlauf auch vom deutschen Schiri-Chef Volker Roth. «Alles, was dem Fußball dient, ist gut», sagte der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Es ist noch eine Testphase und eine Möglichkeit, zu sehen, ob die Torüberwachung so realisierbar ist», sagte Roth. Am 15. Juni wird die UEFA-Schiedsrichterkommission, der Roth angehört, in Malmö die Details der neuen Regelung festzurren. «Man muss aber auch sehen, wie es sich in der Praxis entwickelt und vor allem, wie es umgesetzt wird», mahnte Löw schlüssige Regeln an. Bislang wurde der Schiri-Fünfer-Pack nur im Juniorenbereich ausprobiert. «Dabei standen die Assistenten rechts hinter dem Tor. Man wird sehen, ob sich dies bewährt hat», berichtete Roth von den bisherigen Praxistests. Über eine endgültige Einführung der Zusatz- Assistenten müsste schließlich das FIFA Board entscheiden. Das Gremium mit Vertretern des Weltverbandes und der Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland ist der Gralshüter aller Fußball-Regeln und kommt einmal jährlich zu Sitzungen zusammen. |