HSV verliert 0:1 gegen Ajax Amsterdam
Hamburg (dpa) - 27.11.2008, 23:36 Uhr
Die Hamburger Jarolim (r), Pitroipa (M) und Joris Mathijsen schleichen vom Platz.
Mit der ersten Europapokal-Heimniederlage seit zwei Jahren hat der Hamburger SV seine gute Ausgangsposition im Kampf um den Einzug in die Zwischenrunde des UEFA-Cups aufs Spiel gesetzt. Der Tabellen-Fünfte der Fußball-Bundesliga verlor gegen Ajax Amsterdam mit 0:1 (0:0). Damit verpasste der HSV die Chance, sich als erste deutsche Mannschaft zu qualifizieren. Vor 51 200 Zuschauern besiegelte der eingewechselte Leonardo in der 77. Minute die erste HSV-Heimpleite auf internationaler Bühne seit dem 1. November 2006. Nach dem Ausrutscher benötigen die Hamburger aus den folgenden Spielen bei Slavia Prag am 4. und am 17. Dezember gegen Aston Villa noch mindestens drei Punkte zum Weiterkommen in der Gruppe F. «Wir wussten, dass wir drei Punkte brauchen, um weiterzukommen. Das hat nicht geklappt, aber wir haben noch zwei Möglichkeiten. In der ersten Halbzeit hätten wir ein Tor machen müssen, die Gelegenheiten dazu hatten wir», monierte HSV-Trainer Martin Jol.
Für schrille Misstöne im Vorfeld des Spiels hatten niederländische Hooligans gesorgt, die die Hamburger Polizei stundenlang in Atem hielten. Nach Krawallen auf der Reeperbahn wurden bis zum frühen Abend 40 Personen in Gewahrsam genommen. Rund um das Stadion sorgten 800 Polizeibeamte für Sicherheit. Das Duell der Traditionsclubs hielt nicht, was es versprochen hatte: Der HSV dominierte das Geschehen gegen den UEFA-Pokal-Sieger von 1992 zwar über weite Strecken, doch fehlten den Aktionen Kreativität und Entschlossenheit, um zum Erfolg zu kommen. Trotz großen Engagements blieben zwingende Torchancen Mangelware. In der 12. Minute forderten die Gastgeber vergeblich einen Elfmeter, nachdem Oleguer Presas den flinken Paolo Guerrero im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Dann startete Ivica Olic zu einem spektakulären Solo auf der linken Seite, das erst vom entschlossen zupackenden Ajax- Torhüter Kenneth Vermeer gestoppt wurde (20.). Auch ein Aufsetzer des Kroaten acht Minuten später fand den Weg ins Ziel nicht. |