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Heldt-Zorn nach Sevilla-Lektion

Sevilla (dpa) - 24.10.2008, 10:23 Uhr

Sevillas Romaric jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.
Sevillas Romaric jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.

Immer wieder schwärmte Stuttgarts Trainer Armin Veh von der Fußball-Kunst des FC Sevilla, doch VfB-Manager Horst Heldt war längst nach der 0:2 (0:2)-Lektion für den Bundesligisten im ersten UEFA-Cup-Gruppenspiel der Kragen geplatzt.

«Wir müssen unsere eigene Leistung analysieren und dürfen uns nicht hinter dem Gegner verstecken. Du brauchst ein anderes Auftreten, um in dieser schweren Gruppe erfolgreich zu sein», knurrte Heldt in Andalusien. Auch das Häuflein VfB-Anhänger war bedient. «Ihr seid Euer Geld nicht wert», pöbelten einige von ihnen den Stuttgarter Profis beim Auslaufen im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán hinterher.

«Sevilla kann nicht unser Maßstab sein. Uns fehlt einfach noch etwas. Wir müssen das richtig einordnen», entgegnete der schwitzende Veh den Kritikern. «Die haben Champions-League-Niveau», ergänzte der enttäuschende Kapitän Thomas Hitzlsperger. Schmerzhaft schnell und spielerisch leicht hatte der zweimalige UEFA-Pokalsieger den Schwaben vor 35 000 Zuschauern die Grenzen aufgezeigt. Der Doppelschlag von Romaric (15.) und Renato (16.) war Ausdruck der Überlegenheit der Südspanier, bei denen das Fehlen ihrer kompletten Angriffsreihe kaum auffiel.

Heldt indes wollte die unbestrittene Klasse des Gruppenfavoriten nicht als einzige Erklärung für die Pleite geltenlassen. «Bei dem ein oder anderen war es nicht so, wie man gegen eine Top-Mannschaft antreten muss. Du musst einfach kratzen und beißen», murrte der 38- Jährige. Vor allem der frühe K.o. wurmte den Manager sichtlich. «Wenn man solche Fehler macht, werden die auf diesem Niveau sofort bestraft. Das Spiel ist in der ersten Viertelstunde verloren worden», urteilte Heldt.

Vehs vorsichtige Taktik mit Doppel-Sechs und einer Spitze ging gegen den Tabellenzweiten der Primera División nicht auf. «Wir haben gedacht, wir kommen mehr über Konter. Das hat nicht geklappt», meinte Torjäger Mario Gomez, der in seiner zweiten Heimat mit einem Pfostenschuss (63.) die größte Chance zur Ergebniskosmetik hatte. Da allerdings hatten die überlegenen Hausherren schon einen Gang zurückgeschaltet und spielten vor allem für die Galerie.

Nach der unnötigen Bundesliga-Schlappe in Berlin und der Ernüchterung von Sevilla müssen die Stuttgarter nun aufpassen, dass ihre Saisonziele nicht in Gefahr geraten. Vor dem UEFA-Cup-Heimspiel gegen den serbischen Meister Partizan Belgrad, der zum Auftakt der Gruppe C 1:2 gegen Sampdoria Genua verlor, ist der VfB in der englischen Woche der Bundesliga zunächst gegen den VfL Bochum und dann gegen Tabellenführer Hamburger SV und den aufstrebenden 1. FC Köln gefordert. Veh: «Wenn wir oben dabei sein wollen, müssen wir diesen Spagat hinkriegen. Ich bin guten Mutes.»


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