Gomez-Doppelpack rettet VfB: 2:1-Erfolg bei Warna
Sofia (dpa) - 18.09.2008, 20:02 Uhr
Stuttgarts Mario Gomez köpft den Ball vor Tanko Dyakov (top) von Cherno More Warna.
Mit einem Doppelpack hat Nationalstürmer Mario Gomez den VfB Stuttgart vor einer Blamage bewahrt und den Schwaben die Tür in die UEFA-Cup-Gruppenphase geöffnet. Der Torjäger erzielte beide Treffer beim mühsamen 2:1 (0:1)-Sieg des Fußball-Bundesligisten im Erstrunden-Hinspiel beim bulgarischen Außenseiter Cherno More Warna. Der über weite Strecken enttäuschende VfB verschaffte sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 2. Oktober. Vor der Geisterkulisse von 2000 Zuschauern im gähnend leeren Lewski-Stadion von Sofia hatte Tanko Djakow die Bulgaren in Führung gebracht (42.), ehe Gomez (66./81.) zwei Abwehrfehler nutzte und die schwache Partie noch drehte. «Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit der Leistung nicht», sagte VfB-Trainer Armin Veh. «Wir haben nicht ins Spiel gefunden und Torchancen zugelassen, die wir normalerweise nicht zulassen dürfen», schimpfte der Coach. Den Gästen fehlte bei nur sieben Grad und böigem Wind anscheinend die Europapokal-Atmosphäre. Weil das Stadion im Kurort Warna nicht den den UEFA-Anforderungen genügt, musste der Achte der bulgarischen Liga auf seinen Heimvorteil verzichten und in die 400 Kilometer entfernte Hauptstadt ausweichen. Lange kamen die Stuttgarter nicht in Fahrt, drei Tage vor dem Derby gegen den Karlsruher SC hatte so mancher VfB-Akteur den Schongang eingelegt.
«Wir wollen mit aller Macht in diese Gruppenphase», lautete vor der Partie die klare Vorgabe von Veh, dessen Team sich zuvor durch UI-Cup und UEFA-Pokal-Qualifikation gemüht hatte. Der Coach, der erneut auf die verletzten Ciprian Marica, Pavel Pardo und Yildiray Bastürk verzichten musste, setzte zu Beginn erneut auf Gomez als einzige Spitze. Doch der Nationalspieler rieb sich gegen die defensiv eingestellten Bulgaren weitgehend auf und kam zunächst kaum zum Abschluss. Sami Khedira vergab in der 2. Minute die erste Chance der Gäste, neun Minuten später scheiterte Gomez aus spitzem Winkel. Danach aber fanden die Schwaben kein Mittel mehr gegen den Außenseiter, der zunehmend mutiger wurde. Vier Minuten vor der Pause bestrafte Warna den schwachen Auftritt des VfB. Ricardo Osorio konnte Jordan Jurukow nicht an der Flanke hindern, Abwehrhüne Djakow war vor Serdar Tasci zur Stelle und köpfte mühelos zum 1:0 ein. Veh reagierte postwendend und schickte zur zweiten Halbzeit den nach acht Wochen Verletzungspause ins Team zurückgekehrten Cacau an die Seite von Gomez. Zudem sollte der für Osorio eingewechselte Hilbert für mehr Belebung im Flügelspiel sorgen. «Mit der Systemumstellung und der Hereinnahme von Cacau wurde es besser», befand Veh. Doch letztlich war es eine Einzelaktion von Mittelfeldspieler Martin Lanig, die Gomez im Nachsetzen den Ausgleich ermöglichte. Ein schwerer Abwehrpatzer verhalf dem Angreifer zehn Minuten vor Schluss sogar zum schmeichelhaften Siegtor.
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