Hannover (dpa) - 15.09.2008, 14:57 Uhr
Der Traum vom Europapokal ist auch immer der Traum vom großen Geld. Doch für einige Bundesligisten ist die weite Welt des Fußballs ein Zuschuss-Geschäft.
Während Bayern München und Werder Bremen in der Champions League zweistellige Millionen-Beträge kassieren, muss mancher UEFA-Cup-Teilnehmer zunächst einmal draufzahlen und auf die K.o.-Runden im Frühjahr 2009 hoffen. Symptomatisch für die veränderte Situation auf dem TV-Markt ist, dass sich für die internationalen Auftritte von Schalke 04 und Hamburger SV in dieser Woche kein Fernsehsender fand.
Besonders bitter ist es für die Schalker, die mit der verpassten Champions-League-Qualifikation auf einen Schlag mehr als 15 Millionen Euro verspielten. Im UEFA-Cup gibt es in der ersten Runde nicht einmal 5 Prozent dieser Summe zu verdienen, auch wenn zumindest das Rückspiel der Schalker gegen Nikosia in zwei Wochen im ZDF übertragen wird. «Insgesamt beeinflusst das unsere finanzielle Planung nicht», versicherte Präsident und Finanzchef Josef Schnusenberg trotzdem. Schalke habe in seinem Etatansatz für diese Saison nur mit der Gruppenphase im UEFA-Pokal geplant. Dazu kommen aber der Imageschaden und der Ärger der Fans.
«Es liegt an der Gesamtzahl der deutschen Clubs im Wettbewerb und an der Attraktivität der jeweiligen Gegner», erklärte Katja Kraus vom HSV die Problematik. Das für Marketing zuständige Vorstandsmitglied sagte, dass die Hamburger in der ersten Runde gegen die rumänische Mannschaft Unirea Urziceni kein Geld zuschießen müssen. Aber viel mehr als eine schwarze Null sei nicht drin. Der HSV ist der einzige Bundesligist, von dem weder Hin- noch Rückspiel im Fernsehen gezeigt werden. Bewegte Bilder gibt es nur im Internet.
«Substanziell Geld zu verdienen gibt es erst nach der Gruppenphase», erläuterte Kraus, die früher bei der Vermarktungsagentur Sportfive gearbeitet hat. Vor allem die Privatsender halten sich zurück, da die Gesamtkosten einer UEFA-Cup-Übertragung kaum zu refinanzieren sind.