Den frühen Schock verdauten die Münchner schnell. Eigene Tore blieben aber Fehlanzeige, obwohl Zenit-Schlussmann Wjatscheslaw Malafejew nicht den sichersten Eindruck machte und in der 19. Minute einen Ribery-Distanzschuss abprallen ließ. Sieben Minuten später zielte der im Hinspiel gesperrte Toni mit einem Kopfball nach Vorlage von Martin Demichelis knapp übers Tor. Die Chancen täuschten aber nicht darüber hinweg, dass das Kombinationsspiel der Gäste nicht wie erhofft funktionierte; Ribery lief sich zudem immer wieder fest. Sobald die höchst effektiven Russen in Ballbesitz kamen, spielten sie ihre Stärken aus und der wackligen Bayern-Defensive geschickt und schnell in den Rücken. Nachdem Kahn mit dem rechten Fuß gegen Alexander Anjukow (21.) noch hatte retten können, erhöhte Syrjanow auf 2:0. Demichelis und Zé Roberto ließ der Russe mit einer Körpertäuschung alt aussehen. Kahn hatte auch bei diesem Treffern keine Chance. «Es ist besser so auszuscheiden als im Elfmeterschießen», meinte er und wollte von einem missratenen internationalen Abschied nichts wissen: «Was will ich mehr, als zwei Titel zu holen in meiner letzten Saison.» Hitzfeld, der als Trainer der Bayern in St. Petersburg ebenfalls sein letztes Europokalspiel erlebte, reagierte in der Pause. Der zum Saisonende scheidende Coach nahm die enttäuschenden Jansen und Zé Roberto aus der Mannschaft, brachte dafür Christian Lell und Lukas Podolski. Dreieinhalb Minuten nach dem Wiederanpfiff hatten die nun mit drei Angreifern agierenden Bayern die erste Chance, Malafejew konnte den Toni-Schuss aus 14 Metern aber abwehren. Das Aufbegehren in der Offensive wurde aber schon kurz danach durch erneute Fahrlässigkeiten in der Defensive bestraft. Einmal mehr konnten sich die Russen auf ihrer rechten Seite ohne viel Gegenwehr durchsetzen, die Flanke von Anjukow wuchtete Faysulin mit dem Kopf unhaltbar für den fast schon bemitleidenswerten Kahn ins Tor. Von einem richtigen Aufbäumen war danach wenig zu spüren. Stattdessen machte Progrebnjak, der allerdings das Finale gelbgesperrt nur von außen beobachten darf, das Debakel der Bayern mit seinem 10. Europapokaltreffer - so viele wie Toni - perfekt. Die Bayern blieben dagegen erstmals nach 13 Europapokalspielen ohne Treffer. «Wir haben das Finale verpasst. Deswegen können wir uns auch nicht zu den Top-Mannschaften Europas zählen», meinte Nationalspieler Philipp Lahm. «Wir müssen uns eigentlich bei den Fans entschuldigen. Das war das schlechteste Spiel, an das ich mich erinnern kann», ergänzte Toni.
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