Szabics freut sich auf Budapest und Gulasch
Budapest (dpa) - 16.09.2004, 11:42 Uhr
Imre Szabics freut sich über seinen Treffer für den VfB Stuttgart.
Außer Fußball spielen kann Imre Szabics noch besonders gut sein Lieblingsgericht Gulasch kochen. Doch nicht nur deshalb freut sich der Ungar auf die Rückkehr in seine Heimat. Der Traditionsclub Ferencvaros Budapest war sein erster großer Verein. «Budapest hat eine große Bedeutung für mich. Dort bin ich erwachsen geworden», sagt der 23 Jahre alte Stürmer des VfB Stuttgart. Für Szabics ist deshalb der Gegner des schwäbischen Fußball- Bundesligisten in der 1. UEFA-Cup-Runde ein Traumlos - auch wenn es nur Ferencvaros-Stadtkonkurrent Ujpest ist. «Die Rivalität mit Ujpest war immer sehr groß. Das ist nur zu vergleichen mit AS gegen Lazio in Rom oder Partizan gegen Roter Stern in Belgrad», sagte der Stürmer.
Gegen Ujpest will der Hobby-Golfer an seine guten Leistungen aus der Vorsaison in der Champions League anknüpfen und wieder treffen. Sowohl beim 2:1-Triumph des VfB gegen Manchester United als auch beim 2:0-Erfolg über Panathinaikos Athen schoss Szabics jeweils das Führungstor. Der sympathische, ruhige Nationalspieler ist wichtig für den Spitzenreiter, leistet viel für das Spiel der Schwaben. Das schätzt auch Trainer Matthias Sammer. Obwohl Szabics mit nur einem Treffer in der aktuellen Torschützen-Statistik hinter seinen Rivalen Cacau (4) und Kevin Kuranyi (3) steht, ist er der VfB-Angreifer mit der meisten Einsatzzeit in dieser Saison. Und Stuttgart ist Szabics' Gegenwart und Zukunft. Sein Vertrag beim VfB läuft noch bis 2006. Vor seinem Aufstieg beim VfB musste das hoch gelobte Talent einige Tiefschläge verdauen. Wohl behütet aufgewachsen in Szeged zog Szabics mit 14 Jahren ins 160 km entfernte Budapest, um dort zu kicken. Mit 17 schoss er in 24 Partien für Ferencvaros 12 Tore und wurde Vizemeister, ehe er nach Österreich zu Sturm Graz wechselte und den Absturz erlebte. Er erinnert sich: «Zuerst wurde ich hochgejubelt, dann war ich plötzlich 30. Spieler. Damit konnte ich nicht umgehen.» Die Vergangenheit ist wichtiger Bestandteil seines Lebens. Das einzige Kind des Juristen Imre und der Ärztin Marianna sollte eine akademische Laufbahn einschlagen. Daher musste er bei den wenig begeisterten Eltern für den Traumberuf Fußball-Profi erst mal werben. «Ich musste immer viel für die Schule lernen. Aber als sie erkannten, wie gut ich spiele, waren sie einverstanden.» Doch Szabics junior entsprach auch dem Wunsch der Eltern und begann ein Jura-Fernstudium. «Was du im Kopf hast, kann dir niemand mehr weg nehmen. Man muss auch eine Alternative nach der Karriere haben.» Bei einer Sache gibt es jedoch keine Alternative: Gulasch. Das kann er nicht nur besonders gut zubereiten, mit jeder Menge Paprika ist es auch sein Leibgericht.
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