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HSV bietet trotz 1:0 nur Magerkost in Lowetsch

Lowetsch (dpa) - 19.09.2007, 14:03 Uhr

Die HSV-Spieler feiern den Sieg gegen Litex Lowetsch.
Die HSV-Spieler feiern den Sieg gegen Litex Lowetsch.

Huub Stevens wirkte erstmals seit Wochen locker und gelöst. «Natürlich gibt uns der Sieg Auftrieb für die englischen Wochen», sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg im Erstrunden-Hinspiel des UEFA-Cups bei Litex Lowetsch.

Zwar muss noch die Pflichtaufgabe im Rückspiel am 4. Oktober gemeistert werden, doch im Grunde kann der norddeutsche Bundesligist bereits für die lukrative Gruppenphase planen.

Vor lediglich 5000 Zuschauern im Gradski-Stadion traf der Niederländer Romeo Castelen in der 75. Minute für die Norddeutschen, die ansonsten wenig Akzente setzen konnten. Die Hanseaten hatten das Heimspielrecht getauscht und treffen nun am 4. Oktober im eigenen Stadion auf die Bulgaren.

Coach Huub Stevens freute sich sichtlich über das Ergebnis: «Es war hier ganz schwierig zu spielen, deswegen bin ich zufrieden. Wir waren taktisch sehr diszipliniert.» HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer stellte fest: «Wir haben den Anspruch, in die Gruppenphase einzuziehen und diese Runde zu überstehen.»

Mit einigen Umstellungen reagierte er auf die 1:2-Niederlage in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt. So durfte Paolo Guerrero nach überstandener Magen-Darm-Grippe für den glücklosen Mohamed Zidan von Beginn an auflaufen und zeigte Einsatzbereitschaft durch sein großes Laufpotenzial.


Für Ivica Olic spielte Piotr Trochowski auf der linken Seite, der angeschlagene Romeo Castelen (Knöchel) übernahm den rechten Flügel vom angeschlagenen Jerome Boateng. Der Niederländer Castelen hatte nach elf Minuten die erste Möglichkeit für die Gäste, die nur schwer ins Spiel kamen, wurde aber durch Keeper Todor Todorow abgeblockt.

Mit einem sehenswerten Solo machte Thimothee Atouba nach 23 Minuten auf sich aufmerksam, konnte aber mit seinem schwachen rechten Fuß nicht gefährlich genug abschließen. Die gut gestaffelten Bulgaren machten den Norddeutschen die Angriffsbemühungen schwer. Hinzu kam, dass das Mittelfeld selten nachrückte. Kapitän Rafael van der Vaart blieb auch bei den Ecken und Freistößen ohne Wirkung, einzig mit der Vorlage zum Tor zeichnete er sich aus. «Auswärts zu gewinnen, ist immer gut. Aber wir haben den Ball heute nicht laufen lassen, waren zu langsam», übte der Regisseur Selbstkritik.

Drei Torchancen verzeichnete der Tabellen-Sechste der bulgarischen A-Liga in den ersten 45 Minuten. Bereits nach drei Minuten scheiterte der 19 Jahre alte Nationalspieler Iwelin Popow an HSV-Torhüter Frank Rost. Danach scheiterten nur knapp Kroum Bibischkow (28.) und der Brasilianer Sandrinho (29.). Die Abwehr der Hanseaten zeigte wie in Frankfurt eklatante Schwächen, besonders über die rechte Seite von Atouba.

Der Kameruner wirkte indisponiert. Gegen den besten Gegenspieler, den Brasilianer Wellington, hatte Atouba nicht nur in der 55. Minute bei einer Großchance des Mittelfeldspielers das Nachsehen. Durch einen groben Patzer von Todorow gelang dem schnellen Castelen 15 Minuten vor dem Schlusspfiff der verdiente Führungstreffer.

Schlechte Nachrichten kamen für Atouba auch aus der Heimat, als der HSV noch auf dem Rückflug aus Nordbulgarien im Charterflieger saß: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sperrte Thimothee Atouba nach seinem Ellbogen-Check in Frankfurt (1:2) gegen Albert Streit für vier Spiele. Eine mündliche Verhandlung wurde abgesagt. «Wir werden die Sperre so akzeptieren», bestätigte HSV-Sprecher Jörn Wolf nach der Rückkehr in Hamburg.

«Er ist ein Spieler, der unheimlich emotional ist», sagte HSV- Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, der seine Kritik am Ermittlungsverfahren des DFB anhand der Fernsehbilder nicht als «Rundumschlag» verstehen wollte. «Es war nie in Frage gestellt, dass die Schuld von Atouba ausgeht», sagte er. Ein Dorn im Auge ist ihm die ungeregelte Auswahl der Nachverhandlungen nach Bundesliga- Spieltagen. «Ich will nur anregen, dass man sich dringend zusammensetzt und das allgemein regelt», erklärte der Sportchef.

Intern ist klar, dass «wir solche Ausraster nicht mehr dulden werden». Saftige Geldstrafen drohen Wiederholungstätern wie auch Guy Demel, der wie Atouba am Samstag in Nürnberg noch gesperrt ist. Seit Sommer 2006 hat der HSV acht Platzverweise kassiert. «Es ist fatal, dass wir uns durch solche Undiszipliniertheiten in Schwierigkeiten bringen», ergänzte Vorstandsfrau Katja Kraus.

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